Paul Bredereck

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Dr. Paul Bredereck (* 22. Januar 1877 in Lichtenow; † 13. April 1932 in Berlin[1]) war der Rechtsanwalt von Rudolf Lebius.

Leben[Bearbeiten]

1897 studierte er Rechtswissenschaften in Halle und Berlin. Seit 1905 war er erst am Landgericht II, dann am Landgericht I in Berlin zugelassen.

Bei den Reichstagswahlen kandidierte er (erfolglos) 1907 im III. Berliner Wahlkreis und 1912 im Wahlkreis Oberbarnim.

1912 wurde wegen Veruntreuung von Mündelgeldern gegen ihn ein Haftbefehl erlassen, womit er im gleichen Jahr die Anwaltszulassung verlor. Er floh nach Brasilien.

Bredereck war Mitbegründer des Alldeutschen Verbandes und des Nationalen Verbandes deutscher Offiziere. 1920 zählte er, als kurzzeitiger Justizminister und Pressechef, zu den Mitverantwortlichen des Kapp-Putsches. Das Verfahren gegen ihn wurde durch Entscheidung des Reichsgerichts aufgrund des Amnestiegesetzes vom 4. August 1920 eingestellt.[2]

Zitat:

Zum Pressechef wurde der frühere Rechtsanwalt Bredereck ernannt. Daß gerade die Wahl auf diesen Mann fiel, war sehr hübsch, denn Bredereck hatte ein recht abenteuerliches Vorleben hinter sich. Im Frühjahr 1913 flüchtete dieser frühere antisemitische Agitator, der einmal auch zum Reichstag kandidierte, nachdem er Betrügereien der verschiedensten Art begangen hatte, nach Argentinien. Der Staatsanwalt hinterließ seinerzeit einen Steckbrief hinter ihn. Erst der Krieg sah ihn wieder in Deutschland. Unter falschem Namen nahm er am Feldzug teil, bis er schließlich, nachdem er Offizier geworden war, sich selbst dem Gericht stellte. Infolge der Amnestie wurde er damals nur wegen Führung eines falschen Namens zu einem Tage Haft verurteilt. Am Montag, 15. März, wurde er bereits seines Amtes entsetzt, da die Presse sich weigerte, mit ihm zusammenzuarbeiten.[3]

Paul Bredereck und Karl May[Bearbeiten]

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Am 12. April 1910 war Bredereck einer von fünf Anwälten, die Rudolf Lebius beschäftigte und einer von dreien, die er zur Verhandlung mitgebracht hatte. Lebius gewann, weil Bredereck die Urteilsverkündung (zugunsten) Mays unterbrach, nochmals (!) ein Plädoyer hielt und daraufhin das eigentlich bereits gefällte Urteil geändert wurde.

Am 18. Dezember 1911 fand in Berlin-Moabit am Landgericht III dann die Berufungsverhandlung May ./. Lebius statt. Lebius wurde dabei erneut von Bredereck vertreten und verlor diesmal den Prozess: das Charlottenburger Urteil wurde aufgehoben und Lebius wegen Beleidigung verurteilt.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Filmbiographie "Karl May" von Hans-Jürgen Syberberg wurde die Rolle Brederecks von Rudolf Fernau gespielt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Marc Zirlewagen: „Sinnbild der Einheit Deutschlands“: Die Bismarcksäule auf der Rothenburg im Kyffhäuser, S. 316
  2. Vgl. DZA Potsdam, Reichsjustizmin., Nr. 5037, Bl. 181—184, und DZA Potsdam, Büro d. Reichspräs., Nr. 219, Bl. 245.
  3. Nach: Köpfe der Gegenwart, S. 102 f.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks[Bearbeiten]