Otto Victor von Schönburg-Waldenburg

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Otto Viktor von Schönburg-Waldenburg

Fürst Otto Viktor von Schönburg-Waldenburg (* 1. März 1785 in Waldenburg; † 16. Februar 1859 in Leipzig) war Lehnsherr der Schönburgischen Rezessherrschaften und Gründer des Waldenburger Lehrerseminars.

Wirken

Laut Meyers Konversations-Lexikon von 1907 stiftete Fürst Otto Viktor, vermählt mit Prinzessin Thekla von Schwarzburg-Rudolstadt, über 2 Millionen Mark zu wohltätigen und gemeinnützigen Zwecken, errichtete neben dem Lehrerseminar in Waldenburg auch Lehrerinnenseminare in Kallnberg und Droyßig, sieben Krankenhäuser, zwei Waisen- und zwei Unterstützungsanstalten usw. Hiernach könnte man meinen, dass Fürst Otto Viktor ein ausgesprochener Philantrop gewesen sei. Seine damaligen Untertanen schienen anderer Meinung gewesen zu sein: im April 1848 setzten sie nach einer zunächst friedlich verlaufenen Volksversammlung in Waldenburg zum Sturm auf das Waldenburger Schloss an. Otto Viktor floh überstürzt und begab sich unter den Schutz des in der Nähe bereitstehenden Militärs, das sich nicht in der Lage sah zu verhindern, dass das Schloss schließlich dem Feuer preisgegeben wurde.[1]

Er hatte 1840 die bedeutsame Naturalien- und Kunstsammlung der Leipziger Apothekerfamilie Linck erworben und 1843/44 ein Naturalienkabinett erbauen.

Er gehörte 1842 auf Schloss Biebrich zu den Mitbegründern des sogenannten "Adelsvereins" (= "Verein deutscher Fürsten und Edelleute zum Schutz deutscher Auswanderer nach Texas"), der im Grunde aus Texas eine deutsche Kolonie machen und die deutsche Auswanderung nach Texas leiten will. Der Adelsverein ist ein sehr exklusiver Klub: lauter Hochadel. Und die Herren verabreden sich, "in ihren Ländern" für die Texas-Auswanderung zu werben.

Denkmal im Grünfelder Park

Als er Anfang 1859 stirbt, nehmen Schüler des Lehrer-Seminars (unter ihnen vermutlich auch Karl May) an der Beisetzung teil.[2] Sein Nachfolger wird Fürst Otto Friedrich von Schönburg-Waldenburg (1819-1893).

im Werk Karl Mays

Er ist das Vorbild der Durchlaucht Otto Victor von Schönberg-Wildauen im Otto-Victor-Fragment, in Ziege oder Bock und in dem Roman Auf der See gefangen.

Sonstiges

Seine angeheiratete Enkelin, Lucie von Schönburg-Waldenburg, nahm ihrerseits als Leserin und Verehrerin mit Karl May Kontakt auf.

Anmerkungen

  1. Hainer Plaul: Der Sohn des Webers. In: Jb-KMG 1979.
  2. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik I. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2005, S. 78. ISBN 978-3-7802-0170-6.

Literatur

Weblinks