Napoleon III.

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Napoleon III.

Napoleon III. (Charles-Louis-Napoléon Bonaparte) (* 20. April 1808 in Paris, Frankreich; † 9. Januar 1873 in Chislehurst bei London) war der Sohn von Louis Bonaparte, dem Bruder des Kaisers Napoleon I.

Leben

Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in der Schweiz. Er diente als Artillerieoffizier in der Schweizer Armee und erhielt ebenfalls die Schweizer Staatsbürgerschaft. Für 184852 wurde er zum Präsidenten von Frankreich gewählt und anschließend Kaiser von Frankreich (1852–70), das er als Napoleon III. regierte. Dass er sich Napoleon III. nannte, ähnelt dem Fall Ludwigs XVIII., da die Nummerierung einen legitimen Napoleon II. voraussetzte, der aber tatsächlich nie herrschte.

Nach seinem ersten erfolglosen Putschversuch in Straßburg (Oktober 1836) kam er in Paris ins Gefängnis, wurde jedoch bald freigelassen, um ins Exil in die USA zu gehen. Als seine Mutter 1838 im Sterben lag, kehrte er in die Schweiz zurück. Frankreich verlangte darauf von der Schweiz die sofortige Ausweisung. Da er jedoch als Offizier in der Schweizer Armee gedient hatte und Ehrenbürger des Kantons Thurgaus war, weigerte sich die Eidgenossenschaft (sogenannter "Napoleonhandel"). Frankreich mobilisierte das Heer, Napoleon III. kam einer kriegerischen Auseinandersetzung durch seine Ausreise nach England zuvor.

Von hier startete er auch einen zweiten Putschversuch (August 1840), konnte aber im Mai 1846 in das Vereinigte Königreich entkommen. Er kehrte nach der Revolution vom Februar 1848 nach Frankreich zurück und gewann im Dezember die Präsidentschaftswahlen gegen den bisherigen Präsidenten Louis Eugène Cavaignac auf Grundlage einer gefestigten Regierung, sozialer Konsolidierung und nationaler Größe. Drei Jahre später erzwang er sich durch einen Staatsstreich diktatorische Vollmachten und ließ sich nach einem Plebiszit im Dezember 1852 zum Kaiser ausrufen.

Übergabe des Kaisers Napoleon III. an König Wilhelm von Preußen in Sedan am 2. September 1870

Seine Infragestellung russischer Ansprüche gegen das Osmanische Reich führte zur erfolgreichen Teilnahme am Krimkrieg (März 1854 bis März 1856), wonach Frankreich zur Großmacht aufstieg.

Ein Eingriff in Mexiko (Januar 1862 bis März 1867) endete mit einer Niederlage und der Hinrichtung des von den Franzosen unterstützten Kaisers Maximilian. Außerdem sahen die Franzosen ihren Einfluss durch die vernichtende Niederlage Österreichs gegen Preußen (Juni bis August 1866) gefährdet.

Ein wichtiger Schritt während seiner Regierungszeit war die Neugestaltung von Paris. Große Teile der Stadt wurden dem Erdboden gleichgemacht und die alten, gebogenen Straßen wurden durch viele breite Alleen ersetzt. Er leitete auch den Bau des französischen Eisenbahnnetzes. Die Pläne waren nicht sehr effektiv, da alle Linien nach Paris führten. Es gab Verbindungen von Paris nach Lyon, Caen und Marseille, aber keine Strecken, die die anderen Städte untereinander verbanden.

In der Hoffnung, militärischen Ruhm zu ernten und seinen Onkel Napoleon I. zu übertreffen, aber auch durch die Diplomatie des deutschen Kanzlers Otto von Bismarck gedrängt, begann er im Juli 1870 den Deutsch-Französischen Krieg, der für Frankreich mit einer vollständigen Niederlage endete. In der Schlacht von Sedan wurde der Kaiser am 2. September 1870 durch die Preußen gefangengenommen und durch die Dritte Republik zwei Tage später in Paris abgesetzt. Napoleon III. wurde von preußischen Truppen nach Kassel gebracht, wo er im Schloss Wilhelmshöhe unter Arrest gestellt wurde. Er starb im Exil.

bei Karl May

Werke mit
Napoleon III.
KBN2.jpg Bild2.jpg OS19.jpg

Waldröschen (nur erwähnt)
Die Liebe des Ulanen

im Waldröschen

Als von Benito Juárez die Zinszahlungen für den mexikanischen Anleihenschwindel europäischer Mächte eingestellt wurden, entsandte er französische Streitkräfte nach Mexiko, vertrieb Juárez und setzte den österreichischen Erzherzog Maximilian in Mexiko als Kaiser von seinen Gnaden ein. Aufgrund der Intervention Englands und Nordamerikas und der militärischen Erfolge Juárez' muss er nach wenigen Jahren Maximilian fallen lassen und seine Truppen aus Mexiko abziehen. Er wird als Mensch geschildert, der nur auf äußeren Glanz bedacht ist.

in Die Liebe des Ulanen

Er ist der Mann von Kaiserin Eugénie; als Kaiser fördert er die Legitimation Henri Richemontes als (falscher) Baron Arthur de Sainte-Marie. Capitän Albin Richemonte und Graf Jules de Rallion sind Günstlinge an seinem Hof. Um einen Krieg gegen Preußen zu provozieren, beauftragt er seinen Gesandten Benedetti, den preußischen König zu brüskieren. Als die sogenannte "Emser Depesche", von Otto von Bismarck redigiert, in der Presse veröffentlicht wird, erklärt Napoleon III. am 19. Juli 1870 Preußen den Krieg und übernimmt am 28. Juli das Oberkommando über die französische Rheinarmee. Seiner Frau übertrug er zuvor die Regentschaft. In der Schlacht von Sedan wird er mit seinen Truppen eingeschlossen und muss kapitulieren.

Literatur

  • Joachim Kühn: Napoleon III. Ein Selbstbildnis in ungedruckten und zerstreuten Briefen und Aufzeichnungen. Arenenberg 1993. ISBN 3-85809-086-7

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks