Musterwirt

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Musterwirt
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Das Geldmännle

Der Musterwirt ist Schankwirt und Betreiber einer Musterschlägerei. Er ist heimlich auch als Geldfälscher tätig. Darauf und auf seine kleine Statur spielt der Beiname Geldmännle an, unter dem er von sich reden macht.

Das Männle war der damalige Musterwirt, der immer, wenn sich niemand bei ihm befand, gar pfiffig und selbstzufrieden vor sich hinschaute, sobald aber andere bei ihm waren, hatte er ein stilles, frommes, in sein schweres Schicksal ergebenes Gesicht.[1]

Die Seele seines Mustergeschäfts war der naive, unterbezahlte Kupferstecher Musteranton, der unerschöpflich neue Muster erfand. Der Musterwirt überredete Anton zu einem Damewettstreit, bei dem er als Preis ein Grundstück, das Bergle, setzte. Er verlangt dagegen, dass Anton drei Jahre lang umsonst für ihn arbeitet:

"[...] In diesen drei Jahren kann er mir für ein ganzes Menschenleben vorarbeiten. Dann aber ist er kaputt, und ich werfe ihn hinaus."[2]

Hinterlistig wollte der Wirt Anton betrunken machen, damit dieser das Spiel verliert. Antons Braut Marie verhinderte dies, so dass Anton gewann.

Den Verlust machte der Musterwirt aber bald mehr als wett, da er den Banknotenfälscher Frommhold Uhlig als Kompagnon und Schwiegersohn an sich binden konnte. Um seinen plötzlichen Reichtum zu erklären, täuschte der Musterwirt internationale Geschäftsverbindungen vor und erweiterte seinen Tätigkeitsbereich.

Durch Kreditgewährung verführte er arme Arbeiter, über ihre Verhältnisse in seinem Verkaufshaus Waren zu beziehen. Gleichzeitig warf er alle selbstständigen Konkurrenten aus dem Rennen, bis die gesamte Umgegend mit Ausnahme Antons und des Pastors bei ihm verschuldet war.

Auf dem Höhepunkt seines Reichtums fiel er durch ein Versehen einem Mordanschlag Uhligs zum Opfer, der eigentlich den Musteranton treffen sollte. Uhlig vertuschte die Tat und wurde der Nachfolger als Musterwirt und Geldmännle.

Anmerkungen

  1. Karl May: Das Geldmännle. In: Karl Mays Werke, S. 68986 (vgl. KMW-V.8-372 G, S. 476).
  2. Karl May: Das Geldmännle. In: Karl Mays Werke, S. 68996 (vgl. KMW-V.8-372 G, S. 484).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.