Mudir

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Der Mudir (türkisch: Müdür, arabisch: مدير mudîr) war ein leitender Verwaltungsbeamter im Osmanischen Reich und im Vizekönigtum Ägypten. Auch die Vorsteher höherer Schulen wurden so genannt. Im Anglo-Ägyptischen Sudan trugen Gouverneure diesen Titel, so war z.B. der Österreicher Rudolf von Slatin Pascha unter dem Oberkommando des Generalgouverneurs Gordon Pascha Mudir von Dara, dem Südwestteil der Provinz Darfur zur Zeit des Mahdi-Aufstandes.

bei Karl May

»Fessele deine Zunge! Der Hedjahn-Bei kennt weder Angst noch Furcht; er gebietet über alle Schilugh und Amazigh (freie Männer) der Wüste, und ich bin der Mudir (Oberst) dieser Gum.«[1]
»Ich will jetzt Gericht halten und du mußt als Zeuge dabei sein. Komm!« 
Er führte mich hinab in den Hof, wo sämtliche Takaleh unter militärischer Bewachung aufgestellt waren. Ben Nil und Hafid Sichar waren auch schon da. In einer Ecke stand ein barrenartiges Gestell, dessen Seitenteile durch breite Gurte und schmale Riemen mit Schnallen verbunden waren. Neben demselben lag ein Haufen fingerdicker Stöcke, und daneben saß der »Vater der Prügel«. Dies sagte mir, welchem freundlichen Zwecke das Gestell gewidmet sei. Das zahlreich anwesende Publikum nahm über die Hälfte des Hofes ein.
Es würde überflüssig sein, die »Gerichtsverhandlung« zu beschreiben. Schedid wurde mit seinen vier Mitschuldigen verurteilt zu »fünfhundert Hieben und dann nicht mehr sehen zu sein«.[2]
  • Bei der dieser Strafe vorangegangenen ersten Begegnung mit den Takaleh nennt sich Kara Ben Nemsi "Mudir von Dscharabub", um die Sklavenjäger zu täuschen.
»Und ich bin der Mudir von Dscharabub. Hoffentlich kennst du diesen Ort!« 
Der Ort ist bekannt, weil der berühmteste muhammedanische Orden der Neuzeit dort gegründet wurde; aber einen Mudir giebt es da nicht und hat es nie gegeben.[3]

Anmerkungen

  1. Karl May: Die Gum. In: Orangen und Datteln, Band 10 der Gesammelten Reiseerzählungen, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1893, 3. Kap., S. 124.
  2. Karl May: Im Lande des Mahdi II. In: Deutscher Hausschatz 1892/93, 4. Kap., S. 515.
  3. Im Lande des Mahdi II. 4. Kap., S. 365.

Weblinks