Mondnacht

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mondnacht

Mondnacht ist ein Ölgemälde von Sascha Schneider. Es entstand 1906 in den Maßen 90 x 129 cm und befindet sich heute in Privatbesitz.

Nach Hans-Gerd Röder stellt das Bild eine Allegorie zu Schakaras Harfenspiel aus Karl Mays Im Reiche des silbernen Löwen III dar.[1] In zu Mays Spätwerk gehörender Reiseerzählung heißt es:

Die schlanken Finger glitten über die Saiten der Sandurah[2]. Darf man ein menschliches Wesen mit einem Gedicht vergleichen? Man sagt ja, daß der Mensch das herrlichste Gedicht der ganzen Schöpfung sei. Wenn nicht das herrlichste, aber gewiß eines der frömmsten sah ich hier!
[...] Der Harfenton ist der am wenigsten künstliche. Er bietet Klänge der Natur, wohllautend für das Menschenohr gestimmt. Dieser Wohllaut ist auch für kranke Nerven angenehm. Man darf einer Kurdin nicht zumuten, Künstlerin zu sein. Schakara griff nur die vorgestimmten Akkorde; sie wußte nichts von einer chromatischen Veränderung der Töne; aber grad durch diese diatonische Einfachheit war jede Mitthätigkeit des Ohres ausgeschlossen; es empfing die Töne ebenso leicht und selbstverständlich, wie die Brust die Luftwellen, von denen sie herbeigetragen wurden, atmete. Daher kam es, daß diese Klänge die Seele unmittelbar berührten; sie schienen zur Atmosphäre dieses Hauses zu gehören und einen die Lebenskräfte hebenden, wohlthuenden Einfluß auszuüben. Ich fühlte diesen Einfluß. Es war, als ob es in mir Etwas gebe, was den Harfentönen verwandt sei, was lange, lange geschwiegen habe und nun endlich, endlich einmal mit erklingen dürfe. Darum berührte es mich fast wie eine Entsagung, wie ein Verlust, als Schakara aufhörte und die Harfe auf die Seite lehnte.[3]

Anmerkungen

  1. Röder: Sascha Schneider, S. 6.
  2. Orientalische Harfe.
  3. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen III. In: Digitale Bibliothek Band 77: Karl Mays Werke, S. 65190 f. (vgl. KMW-V.3, S. 267 f.)

Literatur