May-Manuskripte

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Von Karl May sind nur sehr wenige Manuskripte erhalten. Die meisten Werkhandschriften wurden, der damaligen Verlagspraxis folgend, nach dem Setzen vernichtet.

Allgemeines

Die Wahrheit ist, daß ich auf meinen Stil nicht im Geringsten achte. Ich schreibe nieder, was mir aus der Seele kommt, und ich schreibe es so nieder, wie ich es in mir klingen höre. Ich verändere nie, und ich feile nie. (Karl May: Mein Leben und Streben)

Dazu einige Anmerkungen:

  1. Die Aussage ist richtig. Es gibt für die meisten seiner Werke keinerlei Vorstufen (Entwürfe, Notizen, ...); die wenigen Manuskripte, die erhalten blieben, sind kaum korrigiert. Eine Ausnahme bildet hier das Spätwerk.
  2. Das "Runterschreiben" war zu Kolportagezeiten eine reine Notwendigkeit. Für Korrekturen hatte er gar keine Zeit. Jeder fertige Lieferungsteil wurde sofort gedruckt.
  3. Er braucht gar nicht stolz darauf zu sein; durch einige Korrekturen wären vermutlich einige der Fehler z.B. in den Kolportageromanen vermieden worden (Fehler bei den Personenkonstellationen, bei zeitlichen Zusammenhängen, beim Handlungsaufbau...). Trotzdem sind auch seine Kolportageromane in der Hinsicht besser und "sorgfältiger" als die seiner "Konkurrenten" auf diesem Gebiet. Was Karl May andererseits bei sorgfältigerer Vorbereitung (z.B. bessere Quellen und sorgfältiges Auswerten dieser Quellen) leisten konnte, zeigen seine Reiseerzählungen und insbesondere die Jugenderzählungen.
  4. Andererseits stimmt die Aussage auch wieder nicht, denn Karl May hat sehr viele seiner Texte von Zeit zu Zeit gründlich überarbeitet, um sie in andere Werke einzupassen und – aus alt mach neu – drängelnde Verleger und Leser glücklich zu machen. In der Anfangszeit als Schriftsteller war er auch "dazu gezwungen" seine Werke mehrfach zu verkaufen um trotz der geringen Bezahlung genügend Geld zum Leben zu haben.

Liste der erhaltenen Manuskripte

Der Anfang von Old Surehand I

Die meisten Handschriften befinden sich im Karl-May-Archiv Bamberg. Allerdings wurde bisher kein Verzeichnis über die Bestände veröffentlicht.

Reiseerzählungen

Sonstiges

Dazu weitere Fragmente aus dem Nachlass wie Kompositionen, Gedichte, Widmungen, Entwürfe ... und natürlich unzählige Briefe, Post- und Ansichtskarten.

Unveröffentlicht ist bisher Mays "Verzeichniss meiner Werke", in dem er seine Veröffentlichungen der 1880er Jahre festgehalten hat.[2]

Ein Verzeichnis der erhalten gebliebenen Handschriften gibt es bisher nicht.

Anmerkungen

  1. Hainer Plaul: Redakteur auf Zeit. Über Karl Mays Aufenthalt und Tätigkeit von Mai 1874 bis Dezember 1877. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1977, Fn. 205.
  2. Petzel/Wehnert: Das neue Lexikon rund um Karl May, S. 164.

Literatur