Max Hermann Volz

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Max Hermann Volz war ein Verleger in Stuttgart. Er war der Inhaber des Deutschen Zeitschriften-Verlags und firmierte später als Verlagsgesellschaft Neues literarisches Institut.

Max Hermann Volz und Karl May

Pläne mit Auf fernen Pfaden

Am 9. Februar 1908 fragte Max Hermann Volz bei Karl May brieflich an, ob er an der neuen Jugendbibliothek Auf fernen Pfaden des Deutschen Zeitschriften-Verlags mitwirken wolle.[1] May antwortete am 18. Februar zustimmend und erbat sich, bei dieser Bibliothek den Anfang machen zu dürfen:

Den Jugendschund bekämpfe auch ich. Wir haben also dasselbe Ziel [...] Ich belege also Ihre ersten beiden Nummern, also die ersten vier Druckbogen, mit einer Reiseerzählung von mir, und Sie dürfen versichert sein, daß Sie nur das Allerbeste erhalten, was mir möglich ist.

Am gleichen Tag informierte Karl May Felix Krais, den Cousin und Drucker seines Verlegers Friedrich Ernst Fehsenfeld, darüber.[2] Max Hermann Volz zeigte sich in seinem Brief vom 22. Februar an Karl May begeistert über dessen Zusage:

Durch Ihre hochgeschätzte Mitarbeit [...] verleihen Sie der Bibliothek eine so wertvolle Grundlage, daß ich Ihnen nicht genug dafür danken kann.

Da May auf Volz' Brief nicht reagierte, stellte dieser seinen Plan zunächst zurück.[3]

Pläne mit Bibliothek Saturn

Von Karl Mays Amerikareise hatte Max Hermann Volz einen Gruß von den Niagara-Fällen erhalten, wofür er sich am 13. Januar 1909 brieflich bei seinem Lieblingsschriftsteller bedankte. Dem Schreiben war ein Prospekt beigelegt, aus dem ersichtlich ist, dass der Verlag nun Neues literarisches Institut und die geplante Jugendbuchreihe Bibliothek Saturn hieß. Die Bände 3 bis 10 waren schon mit Titeln verzeichnet, als Verfasser der ersten beiden war Dr. Karl May genannt. Max Hermann Volz bat May um Manuskript dafür.[4] Da Karl May darauf nicht antwortete, wiederholte Volz seine Bitte am 31. Januar.[5]

In Karl Mays (nicht erhaltenen) Antwortbrief darauf entschuldigte dieser die Verspätung krankheitshalber. Am 9. Februar schrieb Max Hermann Volz an May, wiederholte die Bitte um Manuskript und erkundigte sich nach dem Titel der versprochenen Reiseerzählung.[6]

Karl May erfüllte diese Bitten Volz' in seinem nächsten Brief (19. Februar) an ihn nicht, sondern wies darauf hin, dass sein Text später in die Gesammelten Reiseerzählungen aufgenommen werden soll und fragte nach dem Honorar.[7] Max Hermann Volz' Antwort darauf in einem Brief vom 23. Februar lautete lapidar:

Ich zahle, was Sie verlangen.[8]

Karl May verlangte am 27. Februar für die ersten beiden Bände, die 88.000 Silben umfassen sollten, pro 5000er-Auflage 1000 Mark für Original- und 750 Mark für nachgedruckte Beiträge. Am 1. März erklärt sich der Verleger damit einverstanden und wiederholt ein weiteres Mal seine Bitte um Manuskript.[9]

Volz schrieb, da er ohne Antwort blieb, eine Depesche gleichen Inhalts, auf die hin Karl Mays Frau Klara am 17. März ihren Mann mit Arbeitsüberlastung entschuldigte. Am Tag darauf schrieb Karl May einen Brief an Max Hermann Volz, in dem er die gegen den Schund gerichtete Orientierung der Bibliothek Saturn in Zweifel zog und darin eher Sensationsliteratur vermutete.[10] Volz charakterisierte in seinem Antwortbrief vom 22. März die Bände 3 bis 10 kurz und wies den Verdacht zurück:

Ein "Münchmeyer" bin ich nicht.

May reagierte nicht darauf.[11]

Am 26. Juni sandte Max Hermann Volz zwei bereits gedruckte Bände der Bibliothek Saturn – Heinz Winters Auge um Auge, Zahn um Zahn und Egid Fileks Die Ölstadt – an Karl May, um die Ausrichtung der Buchreihe zu verdeutlichen. Auch dies blieb von May unbeantwortet.[12]

Weitere Schreiben Volz' an May, die dieser nicht beantwortete, stellen die Depesche vom 12. Juli[13] und der Brief vom 27. Juli[14] dar, in denen auch wieder um Manuskript gebeten wurde.

Abdahn Effendi

Vermutlich Anfang August 1909 suchte Max Hermann Volz Karl May persönlich dann in Radebeul auf, wo sich beide auf Nachdrucke der Reiseerzählungen Abdahn Effendi und Schamah einigten.[15] Am 17. August dankte Volz schriftlich für Mays Gastfreundschaft und informierte ihn, dass Illustrationen zu Abdahn Effendi bereits in Arbeit sind.[16]

Im Dezember 1909 erschien dann in der Bibliothek Saturn als Doppelband 3/4 Karl Mays Abdahn Effendi. Das Buch enthielt weiterhin Amand von Ozoróczys anonymes Vorwort Zum Problem Karl May sowie Illustrationen von Theodor Volz.[17]

Schamah

Ein Jahr später, am 4. Dezember 1910, kündigte Max Hermann Volz Karl May gegenüber das (verspätete) Erscheinen von Schamah an.[18] Tatsächlich erschien noch im Dezember als Band 7 der Bibliothek Saturn, wiederum illustriert von Theodor Volz, Schamah. Reiseerzählung aus dem Gelobten Lande von Karl May.[19]

Volz' Verlag Neues literarisches Institut wurde bereits 1912 liquidiert.

Anmerkungen

  1. Karl May: Briefwechsel mit Friedrich Ernst Fehsenfeld. Zweiter Band 1907-1912, S. 157, Anm. 21.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 352 f.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 355.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 488 f.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 494.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 497 f.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 499.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 501.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 502.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 508.
  11. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 509.
  12. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 537.
  13. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 545.
  14. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 548.
  15. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 548.
  16. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 552.
  17. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 592.
  18. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 372.
  19. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 380.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.