Maria Saal

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Maria Saal geborene Baer, auch Marie Saal (* 10. April 1881 in Weimar; † 9. Dezember 1972 in Weimar), war die Tochter von Marie Baer, die mit Selma vom Scheidt und Emma Pollmer befreundet war. Maria Saal war Zeugin im Prozess Rudolf Lebius ./. Karl May und Emil Horn.

Leben

Maria war seit dem 16. November 1899 mit Hermann Saal (* 1872; † 1942) verheiratet und lebte in Weimar, Junkerstraße 33II. Ihr Ehemann war der Leiter des Opernchores am Hoftheater (heute: Deutsches Nationaltheater) in Weimar.

Später wurde die Ehe geschieden. Maria Saal heiratete 1924 ein zweites Mal und hieß fortan Maria Roth-Schubert.

Maria Saal und Karl May

erste Kontakte

Karl May und seine zweite Frau Klara lernten Marie Baer und ihre Tochter vermutlich im Juni 1910 während ihres Aufenthalts in Weimar kennen.[1]

In einem Brief Marie Baers an Klara May vom 16. Januar 1911 heißt es:

Neulich ging sie [nämlich Mays geschiedene Frau Emma Pollmer] früh um 9 Uhr schon vorbei, bei meiner Tochter, wahrscheinlich ist sie am Amtsgericht gewesen, denn es ist der Weg dorthin [...] Meine Tochter glaubte immer ihr einmal zu begegnen um mit ihr zu sprechen, denn sie geht nicht mehr hin zu ihr, wegen dem frechen Jungen [Fritz Appunn] [...][2]

als Zeugin (1)

Am 4. April 1911 schrieb Maria Saal einen Brief an das Amtgericht Weimar, dass sie von Dr. Max Rosenthal am 3. April ein ärztlichen Attest erhalten habe und daher am 7. April nicht vernommen werden könne.[3] In einem weiteren Schreiben vom 2. Mai teilte sie dem Amtsgericht mit, dass sie noch bettlägerig sei.[4] Dr. Rosenthal schrieb am 11. Mai an das Amtsgericht über den Zustand seiner Patientin:

Frau Marie Saal, Hier, ist bereits wieder hergestellt und vernehmungsfähig.[5]

Ihre Vernehmung verzögerte sich allerdings weiterhin, da inzwischen Karl May, der dabei anwesend sein wollte, erkrankt war.[6]

als Vermittlerin

Ein weiterer Brief Marie Baers ging am 28. August 1911 an Klara May. Darin bat sie – angeblich ohne Emma Pollmers Wissen – um Unterstützung für Emma:

Nun meine Liebe, Gute ich habe Ihnen alles mitgetheilt lassen Sie Gnade vor Recht ergehen und lassen Sie Milde walten ich kann nicht mehr thun als für sie bitten, meine Tochter will nach Dresden[7] und wird Ihnen einen Besuch in Radebeul abstatten [...][8]

Der angekündigte Besuch Maria Saals in der Villa "Shatterhand" fand am 6. September statt. Dabei übergab sie einen Zettel Emma Pollmers an Karl May, woraufhin dieser sich zu einer Aussprache mit seiner geschiedenen Frau bereit erklärte.[9] Diese Aussprache sollte am 21. September in Dresden stattfinden, wohin die als Vermittlerin fungierende Maria Saal am Vortag gereist war. Das Treffen wurde allerdings durch Klara May abgesagt:

Wie ich befürchtete, hat sich der Zustand meines guten Mannes verschlimmert. Es ist nicht daran zu denken, morgen zur Stadt zu kommen. Er will es aber am Freitag versuchen.[10]

An jenem Freitag schrieb Klara May in einem weiteren Brief an Maria Saal:

Es steht nicht gut. Dennoch will mein guter Mann versuchen die Sache mit Frau Pollmer zu Ende zu bringen. Nach Dresden kommen kann er aber nicht. Ich bitte Sie daher mit der Frau Pollmer nach Radebeul auf den Bahnhof zu kommen um 2 Uhr, Sonnabend Nachmittag den 23. Sept[ember]. Er erwartet Sie im Bahnhofsrestaurant. Er will in Ihrer Gegenwart mit ihr alles durchsprechen und das Übrige dann dem Anwalt [nämlich Franz Netcke] überlassen.[11]

Dieses Treffen fand tatsächlich statt. Emma May unterschrieb dort eine von Maria Saal bezeugte Erklärung gegen Rudolf Lebius.[12]

In einem Brief Klara Mays an Maria Saal vom 26. September heißt es:

Die Hauptsache ist Frieden unter den Parteien. [...] Ich habe einen dicken Strich gemacht unter alles Vergangene und will und will nichts als Frieden! [...] Bitte, liebe Frau Direktor, kommen Sie nochmal zu uns, bevor Sie abreisen, vielleicht Donnerstag. [...] Wir müssen noch einmal in aller Ruhe besprechen, wie wir unseren Frieden stützen und erhalten können, wenn neue Feindesanschläge ihn bedrohen. [...] Gott wird uns alle schützen, wenn wir uns würdig zeigen.[13]

Ob es zu einem solchen weiteren Besuch durch Frau Saal kam, ist ungewiss.

als Zeugin (2)

Am 9. Oktober 1911 sandte Karl Mays Anwalt Max Hermann Haubold eine Abschrift von Dr. Curt Mickels Attest für May an das Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal und bat darum, die sechs Zeugen – unter ihnen Maria Saal – in Weimar vernehmen zu lassen.[14] Am 11. Oktober erging daraufhin der Beschluss des Amtsgerichts, in dem die Zeugenvernehmung angeordnet wurde.[15]

Die Vernehmung fand also am 14. November im Amtsgericht Weimar durch den Amtsrichter Max Lemmerzahl statt. In Anwesenheit Karl Mays werden Wilhelm Schäfer, Emma Pollmer, Maria Saal, Marie Baer und Fritz Appunn vernommen.[16]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 184 f.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 401.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 441.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 456.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 461.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 468.
  7. Marias Bruder Max Josef Baer (* 1871; † 1929) wohnte in Dresden-Blasewitz.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 486 f.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 488.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 492 f.
  11. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 494.
  12. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 494 f.
  13. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 497 f.
  14. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 501.
  15. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 503.
  16. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 513.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.