Louise Dietrich

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Auguste Emma Louise Dietrich, geb. Hofmann (* 1852; † 1938) lebte 1887 in Dresden, Sedanstraße 28IV, in der Nähe von Karl und Emma May und befreundete sich mit letzterer. May nennt sie in seinen späteren autobiografischen Schriften unfreundlich (und falsch) Turnlehrerin Dittrich; Emma spricht von ihr als "Liesel".[1]

Leben

Sie ist die Tochter eines Tischlers und hat noch eine Schwester. Verheiratet war sie mit dem Oberturnlehrer der Annenschule Carl Eduard Dietrich (* 1844; † 3. Mai 1891). Die Familie hatte fünf Kinder (zwei Mädchen und drei Jungen, darunter Erhard Dietrich).

und Karl May

Ihre Bedeutung für die Karl-May-Forschung rührt aus ihrer jahrzehntelangen Freundschaft zu Emma May. Ihre Aussagen, die sie u.a. am 2. März 1908 vor dem Landgericht Dresden macht, ergänzen und erweitern das Bild, das sonst von Mays Darstellung dominiert wird. Unabhängige Quellen gibt es kaum.

lt. Zeugenaussage am 2. März 1908:

Ich kenne May seit ungefähr Ende der achtziger Jahre [...] Ich habe ihn durch meine Schwester Frau Baumeister Ueben in Blasewitz kennen gelernt. [2]

Sie gab ihrer Freundin Emma den Rat, Geld auf einem Sparkonto beiseite zu legen, um eine Reserve zu haben. Der Kontakt brach nach ihrer späteren Aussage ab, als die Plöhn anfing, öfters in der Familie Mays zu verkehren. [3] In der Karl-May-Chronik wird der Beginn der Entfremdung - mit Fragezeichen - auf 1891 datiert. Auch die Besuche Emma Mays bei Louise Dietrich in Dresden wurden seltener und waren heimlich. (Man denke auch daran, dass Emma die ihr anvertraute kleine Klara Selbmann bei Bekannten "parkte", um sich mit ihren Freundinnen zu treffen.)

1897 ist sie allerdings - wie ein Foto belegt - bei einem Gartenfest in der Villa Shatterhand zu Gast.[4]

Während Karl Mays Orientreise 1899 war sie ebenfalls Gast bei der daheimgebliebenen Emma und nahm u.a. an spritistischen Sitzungen teil. [5]

Nach der Trennung und Scheidung 1902/1903 gehörte sie zu den Unterstützern Emmas. Unter anderem riet sie ihr, mit den Briefen Mays zu dem Rechtsanwalt Ludwig Hermann Thieme gehen. Emma folgte dem Rat.[6]

Am 2. März 1908 wird sie in der Meineidssache vor dem Landgericht Dresden vernommen.[7] Ihre Aussage ist durch Rudolf Lebius' Dokumentation "Die Zeugen Karl May und Klara May" überliefert.

Am 8. November 1909 wird sie in der Sache Privatbeleidigungsklage May gegen Pollmer vor dem Amtsgericht Dresden vernommen. [8] Für Rudolf Lebius gibt sie am 7. Dezember eine Eidestattliche Versicherung ab, wonach Emma ihr erzählt habe, dass Karl May den Weihnachtsbaum mit Goldstücken schmückte und seiner Frau einen Tausendmarkschein schenkte. Lebius schickt die Erklärung Anfang 1910 an Pöllmann[9] und verwendet sie auch in seinem Flugblatt "Zum Ende des Vernichtungsfeldzugs". [10]

Das letzte Mal wird sie am 22. märz 1911 vor dem Amtsgericht Dresden vernommen. [11]

Anmerkungen

  1. Karl-May-Chronik V, S. 58
  2. Karl-May-Chronik I, S. 339f
  3. Karl-May-Chronik I, S. 407
  4. Karl-May-Chronik II, Bildteil
  5. Karl-May-Chronik II, S. 239
  6. Karl-May-Chronik III, S. 224f
  7. Karl-May-Chronik IV, S. 359
  8. Karl-May-Chronik IV, S. 578
  9. Karl-May-Chronik V, S. 6
  10. Karl-May-Chronik V, S. 54
  11. Karl-May-Chronik V, S. 434

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.