Kinnikinnik

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Kinnikinnik ist der mysteriöse Inhalt indianischer Friedenspfeifen; ein Mischtabak, in dem neben Tabak auch andere Zusätze enthalten waren.

Allgemeines

"Nach übereinstimmenden Berichten der frühen Forschungsreisenden, Abenteurern und Siedlern rauchten die Indianer den überaus gehaltvollen rustica Tabak nicht pur (was bei diesem Tabak durchaus verständlich ist) sondern veredelten ihn mit anderen Kräutern bzw. Pflanzen, diese Mischung wurde Kinnikinnik genannt. Dies ist ein sehr altes Algonkin-Wort und bedeutet soviel wie >gemischtes<.
Was dann alles so in diese Mixture gegeben wurde lässt schon einen gewissen Zweifel an der Gaumenfreundlichkeit des Tabaks aufkommen. Neben der Borke verschiedener Bäume (Weide und Erle z.B.) wurde Salbei, Pfefferminz, Süßgras, Bärentraube (wird im engl. auch Kinnikinnik genannt), Hartriegel, Huflattich, Lobelia und Kamille dem Tabak beigemischt. Eine beliebte und oft verwendete Pflanze war der Sumac (Sumach, bei uns unter dem Namen: Gewürzsumach, Färberbaum, Gerbersumach und Essigbaum bekannt).
Die Indianer die an den Großen Seen wohnten kannten 27 verschiedene Arten von Pflanzen die dem Kinnikinnik beigegeben wurden."[1]

bei Karl May

Humorvoll beschreibt Karl May, wie Old Shatterhand seine erste Begegnung mit der "Tabak"-Mischung des Kiowa-Kriegers Bao ("Fuchs") erlebt.

Ja, es stimmte, die vorhin angegebenen Ingredienzien, nämlich Rüben, Hanf, Eicheln und Sauerampfer, waren alle in dem Pfeifenkopfe anwesend; aber einen fünften Hauptstoff hatte ich nicht genannt; jetzt roch und schmeckte ich, daß auch ein Stückchen Filzschuh dabei sein müsse. [...] ich glaubte ganz bestimmt, daß noch zwei weitere Bestandteile anzuführen seien, nämlich Kolophonium und abgeschnittene Fingernägel.[2]

Anmerkungen

  1. http://www.pfeife-tabak.de/Artikel/Pfeifenkunde/Indianer3/indianer3.htm
  2. Karl May: Winnetou I, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1893, 3. Kapitel, S. 153 f.

Weblinks