Joseph Ferdinand Neßmüller

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Joseph Ferdinand Neßmüller, auch Joseph Ferdinand Nesmüller, eigentlich Joseph Ferdinand Müller (* 1818 in Trüben/Mähren; † 1895 in Hamburg), war Schauspieldirektor eines eigenen Theaters in Dresden von 1854 bis 1881. Er lebte später in Hamburg und Berlin.

Joseph Ferdinand Neßmüller und Karl May

Erwähnungen im Werk Karl Mays

"Wenn ich so off der Straße steh'
Und mir mein kleenes Geld beseh,
Da finde ich's, potz Sapperlot
Keen Bischen weiß, 's ist Alles roth!" (Geographische Predigten)[1]

"Willste gleich ruhig sein! Das verwünschte Viehzeug bringt mich noch um, ehe ich den letzten Rutscher tanze! Mine, meine herzallerliebste goldne Mine!"
"Wenn ich mich nach der Heimath seh'n, wenn mir im Aug' die Thränen stehn," pfiff Gimpel Nummer Sieben.
"Was willste nur mit deiner Heimath? Bis doch froh, daß de wenigstens im Trocknen bist! [...]" (Im Wasserständer)[2]

Der Kiaja brachte wirklich die Brieftasche zum Vorschein und gab sie mir. Sie war alt und abgenützt. Als ich sie öffnete, sah ich, daß sie auch ein Notizbuch enthielt. Da gab es eine Menge Bemerkungen und allerlei gereimtes und ungereimtes Zeug – in deutscher Sprache. Das erste Blatt enthielt die geistreichen Verse:
"Wenn ich mich nach der Heimath sehn',
Wenn meine Beene nicht mehr steh'n,
Wenn mein Tornister drückt so sehr,
So knarrt mein Magen immer mehr.
Und 's wird nur leichter mir um's Herz,
Fühl' weniger den stillen Schmerz,
Wenn ich so off der Straße steh',
Und mir mein kleenes Geld beseh'."
Das war, wie ich später von dem Besitzer der Brieftasche erfuhr, die erste Strophe einer "Stoffel in der Fremde" betitelten Parodie auf Mosmüller’s Lied in dem Singspiele "Die Zillerthaler". (Der letzte Ritt.)[3]

Nach kurzer Zeit begann ein Präludium, und der Violinist kehrte zurück als – deutscher Handwerksbursche mit Ziegenhainer, zerrissenen Stiefeln, eingetriebenem Hute und dem unvermeidlichen "Berliner" auf dem Rücken. Im rauhesten Bierbasse intonierte er:
"Wenn ich mich nach der Heimat sehn',
Wenn mir im Aug' die Tränen stehn,
Wenn's Herz mich drückt halt gar so sehr,
Dann fühl ich's Alter um so mehr.
Und's wird nur leichter mir ums Herz,
Fühl' weniger den stillen Schmerz,
Wenn ich so off der Straße steh
Und mir mein kleenes Geld beseh."
Das war der "Stoffel in der Fremde" wie er leibte und lebte. Und obgleich das Publikum weder einen Begriff von einem deutschen Handwerksburschen hatte, noch ein Wort des Vortrages verstand, wurde der Komiker doch mit einem sehr dankbaren Applaus belohnt. (Von Bagdad nach Stambul)[4]

Anmerkungen

  1. Karl May: Geographische Predigten. In: Karl Mays Werke, S. 402 (vgl. KMW-I.1.A-29:36, S. 287).
  2. Karl May: Im Wasserständer. In: Karl Mays Werke, S. 1320 (vgl. KMW-I.2-48, S. 55).
  3. Karl May: Der letzte Ritt. In: Deutscher Hausschatz, 12. Jg., S. 228. In der entsprechenden Buchausgabe ist dieser Text nicht enthalten.
  4. Karl May: Von Bagdad nach Stambul. In: Karl Mays Werke, S. 43590 (vgl. KMW-IV.3, S. 325 f.).

Weblinks