Jonathan (Schiff)

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Jonathan ist der Name eines Schiffes in Karl Mays Erzählung Tui Fanua.

Der Ich-Erzähler, der hier den Namen Muhamêl Latréaumont trägt, wird mit der "Jonathan" in der Südsee schiffbrüchig, als das Schiff an einer unbenannten Koralleninsel strandet.

Wir hatten vor ungefähr sechs Wochen mit unserem guten Dreimaster "Jonathan" Valparaiso verlassen, um nach Hongkong zu segeln, in kurzer Zeit die sehr frequentirte Linie nach Callao, Quayaquil, Panama und Akapulko durchschnitten und waren dann vor einem steifen Südostpassat in schneller glücklicher Fahrt immer scharf nach West gegangen, bis auf der ungefähren Höhe von Tubuai der Passat in einen Orkan umschlug, wie ich ihn von solcher Stärke und Unwiderstehlichkeit während meiner vielen Fahrten noch niemals erlebt hatte.
Wir waren gezwungen gewesen, außer dem Sturmsegel alle Leinwand einzuziehen, und dennoch hatte der "Jonathan" mehrere Tage lang einen Spielball der empörten Wogen gebildet, der durch keine menschliche Einsicht, Kraft und Geschicklichkeit zu regieren gewesen war. Das Steuer ging verloren, zwei Maste mußten gekapt werden, und jetzt lag das Schiff gestrandet draußen zwischen den verrätherischen Korallenklippen. Der Kutter war während des Sturmes über Bord gerissen worden; die Schaluppe hatte bei unserer Strandung ein unheilbares Leck bekommen, und das Langboot stak auf einem spitzen haarscharfen Riffe, welches sich wie ein malayischer Dolch in seinen Bug gebohrt hatte.
Draußen riß die Brandung Planke um Planke von dem Wrak, welches unrettbar verloren war, und wir hatten zwei Tage lang unter Anstrengung aller Kräfte arbeiten müssen, um von der Fracht und dem Proviante so viel zu bergen, als wir der gefräßigen See zu entreißen vermochten.[1]

Wegen der unzähligen Pockennarben im Gesicht des Steuermannes wird von Kapitän Hammer die Insel Maatepockennarbeninsel getauft.

Anmerkungen

  1. Muhamêl Latréaumont (Pseudonym Karl Mays): Tui Fanua. Ein Abenteuer auf den Samoa-Inseln. In: Für alle Welt! Illustrirtes Hausblatt. Stuttgart 1880, S. 203.