Johann von Dallwitz

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Johann (Hans) Nikolaus Michael Louis von Dallwitz (* 29. September 1855 in Breslau; † 2. August 1919 in Bosse) war anhaltischer und später preußischer Politiker, Ministerpräsident von Anhalt, Statthalter von Elsaß-Lothringen und Innenminister Preußens.

Leben

Johann Nikolaus von Dallwitz war ein Sohn des preußischen Kammerherrn Wolff Friedrich Johannes von Dallwitz und der Freiin Franziska (Fanny) Ottlilie Charlotte von Plotho. In Dresden besuchte er das Vitzthumsche Gymnasium und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Bonn und Straßburg.

Von 1886 bis 1899 war Johann Nikolaus von Dallwitz Landrat des Landkreises Lüben. Anschließend wurde er Regierungsrat in Posen, 1902 Staatsminister von Anhalt und 1909 Oberpräsident der Provinz Schlesien. Von 1903 bis 1909 war er Ministerpräsident von Anhalt und von 1910 bis 1914 preußischer Innenminister. Nach einem Konflikt mit Reichskanzler Theobald v. Bethmann Hollweg um die Reform des Wahlrechts, in dem er eine konservative Haltung vertrat, legte er sein Amt nieder.

Da die Zabern-Affäre einen Wechsel im Reichsland Elsaß-Lothringen notwendig machte, wurde Johann Nikolaus von Dallwitz 1914 von Kaiser Wilhelm II. als Nachfolger Karl Fürst von Wedels zum Reichsstatthalter in Elsaß-Lothringen ernannt. 1917 kam es zwischen ihm und dem türkischen Thronfolger Mehmed VI. sowie Mustafa Kemal beinahe zum Eklat, als er bei ihrem Besuch in Straßburg sein Missfallen über die "ziemlich schlimmen Übergriffe" der Türken gegenüber den Armeniern zum Ausdruck brachte. In seiner Amtszeit versuchte er die Vereinigung des Reichslandes mit Preußen zu bewerkstelligen, da ihm die staatsrechtliche Stellung eines Reichslandes unhaltbar erschien. Der Erste Weltkrieg kam dieser Sache und der weiteren Eskalation des Konflikts zwischen Elsaß-Lothringen und Preußen allerdings zuvor, da der Statthalter am 14. Oktober 1918 abberufen werden musste.

Johann von Dallwitz und Karl May

Nach Erscheinen seiner Reiseerzählung Und Friede auf Erden! sandte Karl May Exemplare dieses Buchs an Regierungskreise der verschiedenen deutschen Länder. Auch Johann von Dallwitz, damals Herzoglich Anhaltischer Staatsminister in Dessau, erhielt einen solchen Band und dankte May am 5. Oktober 1904 brieflich dafür:

Ich habe das Buch der hiesigen Herzoglichen Regierung, Abteilung für das Schulwesen, Zur Entschließung darüber zugehen lassen, ob etwa die Schulbibliotheken der höheren Lehranstalten des Landes auf dasselbe aufmerksam zu machen sein möchten.[1]

Über den Erfolg seiner Bemühungen ist nichts bekannt, ebenso wenig über weitere Korrespondenzen zwischen Karl May und Johann von Dallwitz.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 391.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks