Jaroslav Moravec

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Jaroslav Moravec (* 1. Oktober 1900 in Prag; † 31. Oktober 1974 in Prag) war ein tschechischer Verleger, Schriftsteller und Übersetzer. Er war einer der Gründer des Verlags Toužimský & Moravec.

Jaroslav Moravec und Karl May

1916 trat er in Kontakt mit dem Karl-May-Verlag und im Karl-May-Jahrbuch 1921 erschien sein Beitrag Die tschechischen Übersetzungen Karl Mays.

Zwischen 1920 und 1922 erschienen mehrere Karl-May-Übersetzungen von Jaroslav Moravec. Ab 1922 arbeitete er im Verlag Josef Vilímek, der bereits früher Karl May veröffentlicht hatte. 1929 erwarb er die Rechte an May und gründete mit seinem Freund Jan Toužimský – nach einer Übergangszeit als stiller Teilhaber – den Verlag Toužimský & Moravec. 1933/34 gab er seine Anstellung bei Vilimek endgültig auf und machte sich selbstständig.

1949 musste der Verlag aufgegeben werden und Moravec arbeitete als angestellter Buchhalter bis 1965 in einem Betrieb. Ende der 1950er Jahre bereits begann er selbst Abenteuerliteratur zu schreiben, die allerdings erst später veröffentlicht wurde. Einige der Bände enthielten auch May-Personal.

Dadurch ergab sich 1969 ein erneuter Kontakt mit dem Karl-May-Verlag, dem Moravec seine beiden Bücher Klekih-petra, weißer Vater der Apachen (mit Klekih-petra) und Krieg ohne Skalpe (mit Sam Hawkens) schickte sowie das Manuskript Der Fall Dr. Karl May. Zu einer Veröffentlichung kam es nicht.

Kurz vor seinem Tod übergab er der Bibliothek des Nationalmuseums Prag 1.234 Originale von Illustrationen für die tschechischen Karl-May-Ausgaben bis Ende der 1920er Jahre.

Jaroslav Moravec als D. Jam

Jaroslav Moravec veröffentlichte ab 1919 unter dem Pseudonym "D. Jam" und fertigte unter dem Pseudonym auch May-Übersetzungen an, was für einige Verwirrung sorgte, da auch Karl May dieses Pseudonym benutzt hatte.

Jaroslavs Pseudonym soll aus dem Phantasiebuchstaben D, den beiden ersten Buchstaben seines Vornamens Ja und dem ersten Buchstaben seines Nachnamens m zusammengesetzt sein.[1]

Bei Karl May ist es – bis auf das ebenfalls ungeklärte D – eine phonetische Umkehrung seines Nachnamens.

Werke (Auswahl)

  • Karl May ... eine Menschenseele mit ihrem tragischen Kampf um Fortdauer des Traumes (Vorwort zu Vyznani, Prag 1932); auszugsweiser Nachdruck in: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 74/1987, S. 3 f.
  • Klekí Petra, bílý otec Apačů (Klekih-petra, der weiße Vater der Apachen)
  • Válka bez skalpů (Krieg ohne Skalpe)
  • Pražský případ doktora Maye (Der Fall Dr. Karl May)
  • Útěk z Onondagy (Flucht von Onondagy)
  • Zrazený tomahavk
  • Čtení z kamení

Anmerkungen

  1. Manfred Hecker/Hans-Dieter Steinmetz: Die tschechischen Karl-May-Ausgaben. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 25/1975, S. 14 f. (Onlinefassung).

Literatur

Weblinks