Inkas

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Expansion des Inka-Reiches

Der Begriff Inkas meint heute eine indigene Kultur in Südamerika. Oft werden als Inkas auch nur die Mitglieder der ehemaligen Herrscherfamilie dieser Kultur bezeichnet.

Allgemeines

Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert beherrschten die Inkas ein weit umspannendes Reich von über 200 ethnischen Gruppierungen. Zur Zeit der größten Ausdehnung (ca. 950.000 km²) erstreckte es sich in den Anden vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien, mehr als die Entfernung zwischen dem Nordkap und Sizilien. Das rituelle, administrative und kulturelle Zentrum war die Hauptstadt Qusqu (Cuzco) im Hochgebirge des heutigen Peru.

Ursprünglich war mit dem Begriff "Inka" die Bezeichnung eines Stammes, der nach eigener Auffassung dem Sonnengott Inti entstammte und die Umgebung Cuzcos besiedelte, gemeint. Aus ihnen rekrutierten sich später die Priester und Offiziere des Großstaates. Sapa Inka ("Einziger Inka") war der Titel des Inka-Herrschers des Tawantinsuyu ("Land der vier Teile, Reich der vier Weltgegenden"). Das Reich wies einen hohen Organisationsgrad auf, der die politische und militärische Stärke der Inka-Herrscher ermöglichte. Entwicklungsgeschichtlich ist die Inka-Kultur bzgl. ihrer Werkzeuge und Waffen mit der Bronzezeit in Europa und Asien vergleichbar, bzgl. Architektur und Staatsgefüge aber schon weiterentwickelt.

Quipu (aus Meyers Konversationslexikon von 1888)

Sie formten eine urbane Gesellschaft, deren Bauwerke deshalb heute noch überall in ihrem Siedlungsgebiet beeindruckend erhalten sind. Die dem Inka vorbehaltenen oder dem Götterdienst geweihten Gebäude zeichnen sich durch monumentale Formen aus, die Steinbearbeitung war perfekt. Wenn auch das Leben in den Städten einer Elite vorbehalten war, so lebten alle Untertanen in verhältnismäßig guten Verhältnissen.

Die Macht der Inkas beruhte darauf, Tribute und Arbeitsleistungen der ansonsten wirtschaftlich weitgehend autarken bäuerlichen Gemeinschaften einzuheben und umzuverteilen. Dadurch konnten bei den häufigen Überschwemmungen und Dürreperioden Mangel- oder gar Unterernährung der Bevölkerung vermieden werden. Dies wurde bei der Untersuchung von Toten aus dieser Zeit wissenschaftlich festgestellt. Auch die Versorgung eines stehenden Heeres sowie die Verpflegung bei ausgedehnten Kriegszügen wurden derart ermöglicht. Ein gut ausgebautes Straßennetz für die Postläufer und die Soldaten sorgte für rasche Verbindung zu den entfernten Landesteilen.

Die Sprache war das heute noch gebräuchliche Quechua (runa simi = "Sprache der Menschen"), die Knotenschrift Quipu konnte nur Ziffern ausdrücken. Da die Inka kein Geld kannten, entwickelten sie auch keine Steuern im europäischen Sinn. Es gab allerdings ein gut funktionieredes Beamtensystem, das die Abgaben und deren Weiterleitung akribisch festhielt. Im Kollektiv organisierte Arbeiten wurden zu einem Drittel für Inti, den Sonnenkult, zum zweiten Drittel für den Inka, also die herrschende Aristokratie und das Militär und zum letzten Drittel zu Nutzen des Unterhaltes ihrer Familie, der Alten, Kranken, Witwen, Waisen und Hilfsbedürftigen erbracht. Aufgrund dieser garantierten Versorgungssicherheit war die Fronarbeit auch keine der europäischen Fronarbeit vergleichbare Belastung.

Untergang

Machu Picchu

Die Landung von Francisco Pizarro im April 1532 an der peruanischen Küste war der Anfang vom Ende des Reiches. Eingeschleppte Krankheiten und ein Bruderkrieg zwischen Atahualpa und Huáscar hatten es anfällig für militärische Interventionen gemacht, auch waren einige unterworfene Völker bereit, die Spanier zu unterstützen. Atahualpa unterschätzte bei der Ankunft der Spanier die von ihnen ausgehende Gefahr. Am 15. November 1532 wurde er in einen Hinterhalt gelockt, gefangengenommen und sein Gefolge niedergemetzelt. Trotz eines von ihm bereitgestllten ungeheuren Lösegeldes von Gold und Silber wurde er nach einem Schauprozess mit der Garrotte, dem Würgeisen, erdrosselt. Den nun folgenden Krieg konnten die Spanier schließlich für sich entscheiden und der letzte Inka-Herrscher Túpac Amaru wurde 1572 enthauptet. Das führerlos gewordene Reich wurde von den Europäern völlig erobert und in den nächsten Jahrhunderten systematisch ausgeplündert.

Der alte, um 1450 erbaute Herrschersitz Machu Picchu auf einem Berggipfel im Urubambatal wurde allerdings nicht aufgefunden und erst am Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und erforscht.

bei Karl May

Inkas
Elbsandsteingebirge.jpg

Das Vermächtnis des Inka
Christ ist erstanden!

In Christ ist erstanden! ist Ollco ein von den Inka abstammender Krieger, ohne dass aber das Volk der Inkas eine aktive Rolle spielt.

In Das Vermächtnis des Inka[1] treffen Vater Jaguar und seine Leute auf zwei ihnen schon länger bekannte Indianer, die sich als (Groß)vater und Enkel ausgeben. Doch Vater Jaguar durchschaut ihr Inkognito: Haukaropora – meist nur "Hauka" – ist Inka, ist der Inka, der zu dieser Zeit letzte und einzige Nachkomme – und Erbe – der alten Inkas. Und er ist der Erbe des Schatzes:

"Ja. Als sein Ahne mit dem meinigen und einigen Getreuen vor den Spaniern floh, gelang es ihnen, viele Kostbarkeiten mit sich zu nehmen. Diese wurden in der Barranca del Homicidio versteckt. Die Flüchtlinge und ihre Nachkommen lebten einsam in den Bergen, und zuweilen ging der Inka nach dem Versteck, um einiges Gold zu holen, welches verkauft wurde, weil sonst er und die Seinigen nicht genug zu leben gehabt hätten. Das geschah stets in einer Vollmondsnacht. Mein Herr ist von seinem letzten Gange nicht wiedergekommen."[2]

bestätigt Anciano, Diener und Freund seines Herrn, Hammers Vermutungen.

Haukas Vater wurde ermordet, nachdem er am Schatz gewesen war; sein Mörder, ein übel beleumundeter Stierkämpfer, ist auch einer der Anführer einer Verschwörung, an deren Spitze jener Gambusino steht, der in den USA eines Goldfundes wegen den Bruder Karl Hammers – so der bürgerliche Name des Vater Jaguars – grausam ermordet hatte. Und Hammer kennt beide.

Hauka und Anciano schließen sich Karl Hammer und seinen Freunden an, wobei sich Hauka besonders mit dem fast gleichartigen, 17-jährigen, deutschstämmigen Anton anfreudet, der ihm viel über die europäische Heimat erzählt, was Hauka schließlich jede Hoffnung auf eine Wiederaufrichtung des alten Reiches der Gottessöhne nimmt. In der Schatzkammer findet Hauka schließlich seines Vaters Testament – und dieser rät ihm, das Gold der Erde zurückzugeben:

"Haukaropora, meinem Sohne, dem letzten Inka. - - - Siehst du diesen Kippu, so bin ich tot. - - - Auch Völker sterben. - - - Das unserige ist tot, wie ich gestorben bin. - - - Hoffe nicht, daß es wieder aufleben wird. - - - Du wirst niemals Herrscher sein. - - - Es starb an seinem Golde und Silber. Willst du an dem deinigen sterben? - - - Wäre es arm gewesen, so lebte und wirkte es noch. Sei du arm, so wirst du leben und wirken. - - - Sei nicht reich an Metallen, sondern werde reich am Geiste und im Herzen, so wirst du glücklicher sein, als alle deine Ahnen. - - - Ich bitte dich; ich befehle dir nicht. Dieses Gold gehört dir; nimm es, oder nimm es nicht. - - - Nimmst du es, so wirst du sein Sklave; verschmähst du es, so wirst du frei. - - - Du hast den goldenen Streitkolben der Inkas. Verkaufe ihn, so hast du genug, um zu lernen und ein Mann zu werden, den Arbeit ehrt; Genuß im Nichtsthun aber schändet. - - - Willst du das Gold, so nimm es; doch hüte dich dabei vor dem Feuer in den Rinnen! - - - Willst du Ehre und wahres Glück, so gib das Metall der Erde wieder, der es geraubt worden ist; dann wirst du den wahren Reichtum erlangen. Brenne da die erste Kerze des schlafenden Feuers an und eile aus der Höhle! - - Nun wähle, aber wähle gut! Du besitzest das Blut der Herrscher; beherrsche also dich selbst; es wird dir gelingen. - - Ich bin bei dir und ich bleibe bei dir. Mach, daß meine Seele sich über dich freut. - - - Dann schaut mein Geist wonnig auf dich nieder, bis du mir folgest dahin, wo weder Gold noch Silber gilt, sondern nur die Schätze des Herzens gewogen werden. - - - Handle als mein Sohn, denn ich bin dein Vater!"[3]

Kurz darauf kommen die Mörder über den Schatz, lösen die Schutzsprengung aus und verschütten so das Gold. Von Anciano begleitet reist Hauka mit Anton zum Studium nach Deutschland, wo er die Forstakademie besucht.

Auch hier ist das Volk der Inka nicht weiter in die Geschehnisse involviert.

Inkas im Werk Karl Mays

  • Anciano (Krieger in Das Vermächtnis des Inka)
  • Atahualpa (Herrscher in Das Vermächtnis des Inka (nur erwähnt))
  • Haukaropora (Krieger in Das Vermächtnis des Inka)
  • Ollco = Der rote Gambusino (Krieger in Christ ist erstanden!)

Anmerkungen

  1. Karl May: Das Vermächtnis des Inka. Reprint der ersten Zeitschriftenausgabe aus "Der Gute Kamerad", VI. Jahrgang, Hefte 1–52, Stuttgart 1891/92, hrsg. mit einer Einführung von Erich Heinemann im Auftrag der Karl-May-Gesellschaft, Hamburg 1988. Zitiert nach der Onlinefassung des Reprints, auf den sich auch die Seitenzahlen beziehen.
  2. Karl May: Das Vermächtnis des Inka, S. 163.
  3. Karl May: Das Vermächtnis des Inka, S. 262 f.

siehe auch

Indianische Religion/Südamerika

Weblinks