Im Reiche des silbernen Löwen I (Schneider)

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Zeichnung Im Reiche des silbernen Löwen I
Deckelbild Im Reiche des silbernen Löwen I

Im Reiche des silbernen Löwen I ist das Deckelbild Sascha Schneiders für Karl Mays gleichnamige Reiseerzählung.

Entstehung

Die Titelbilder Schneiders zu Karl Mays vierbändigem Im Reiche des silbernen Löwen bilden gewissermaßen eine Einheit, sind aber nicht in der Reihenfolge der Bände entstanden. Die Zeichnung zu Band I war die letzte dieser vier.

Am 14. Juli 1905 meldete Sascha Schneider brieflich an Karl May die Fertigstellung des Bildes:

Durch Feuersteins Nchflgr.[1] hier ist Ihnen eben ein neues Blatt zugegangen: Silberner Löwe, Band I: Ahriman, der Fürst der Schatten, derselbe der dann im 2ten Band in meiner Zeichnung abgetan wird, wenigstens an der Gurgel genommen wird. Denn in meinem Blatt z[um] IIIten ist er wieder munter und kommt als Tod. – Schwabe möchte oben (in der Zeichnung) Karl May anbringen lassen, auf dem Cliché nämlich, und unten die Schrift sorgfältig in den Raum hinein bringen lassen. Mir war das selbst jetzt nicht möglich, tut ja auch der Zeichnung selbst keinen Abbruch, und muss sowie so für den Golddruck jedesmal von Schwabe hergestellt werden.[2]

Im gleichen Jahr erschien die vierte Auflage von Karl Mays Im Reiche des silbernen Löwen I, als erste auch in der Sascha-Schneider-Ausgabe mit dem hier betrachteten Titelbild.[3]

Kritiken

In der Einleitung zur Sascha-Schneider-Mappe ordnet Johannes Werner die Bilder zur Silberlöwen-Tetralogie der dritten Gruppe zu. Zu Im Reiche des silbernen Löwen I heißt es da:

Auf einsamer Höhe, mitten in dem noch unerhellten, todstarrenden Hochgebirge steht Ahriman, der Fürst der Schatten, als unumschränkter Alleinherrscher: eine starke, feste Gestalt mit dem knöchernen Gesicht des Todes. Noch ist das Licht, das Gute, das Leben nicht in sein Reich gedrungen, das in kalter Nacht um ihn liegt: eine großartige Darstellung des "Im Anfang war das Nichts".[4]

Annelotte Range schreibt in ihrer Dissertation über Sascha Schneider zu diesem Titelbild:

Von May erst für den dritten und vierten Band konzipiert, wird der Mächtige [nämlich Ahriman Mirza] von Schneider bereits auf dem Deckel zu "Silberlöwe I" vor der Kulisse einsamer, hoher Berge in Herrscherpose vorgestellt [...][5]

Anmerkungen

  1. Feuersteins Nachfolger: Weimarer Buchbinderei, Papier- und Kunsthandlung, Frauenthorstraße 8 E (Inhaber: Paul Wilsch).
  2. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 158; dort auch die vorige Anmerkung.
  3. Hainer Plaul: Illustrierte Karl-May-Bibliographie. Unter Mitwirkung von Gerhard Klußmeier. Lizenzausgabe bei K. G. Saur München 1989, S. 230, Nr. 303.4. ISBN 3-5980-7258-9.
  4. Zitiert nach: Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 501.
  5. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 88 f.

Literatur