Hypnose

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Hypnose (1904)

Hypnose ist der Titel einer Kartonzeichnung von Sascha Schneider. Das Bild ist heute verschollen, seine Maße sind unbekannt.

Geschichte

Die Hypnose schuf Schneider im Jahre 1904[1] als viertes Blatt einer Reihe von sechs Kartons[2] in Meißen.

Die Zeichnung wurde Anfang Dezember 1906 durch Karl und Klara May erworben.[3] Die Auslieferung des Bildes verzögerte sich jedoch, zumal Sascha Schneider inzwischen nach Weimar umgesiedelt war.

Am 16. Dezember 1906 schrieb Schneider auf einer Postkarte an Klara May:

Ich bin ganz starr, das Bild sollte doch schon seit 8 Tagen in Ihrem Besitz sein. Es hat der Kunsthändler Feuerstein hier absenden wollen.[4] Ist da etwa ein Irrtum vorgefallen, anderswohin dirigirt worden? Ich werde gleich nachsehen lassen.[5]

Diese Nachforschungen waren erfolgreich, noch am gleichen Tag sandte der Maler einen englisch verfassten Brief an dieselbe Empfängerin:

Just as I thought: it was a mistake. It was the fault of the apprentice of the Kunsthändler [sic!] , a silly boy, who didn't understand my orders. You may believe me quite unhappy. I im[m]ediately gave orders to put back the picture and I am sure you will get at it as soon as possible.[6][7]

Am 27. Dezember fragte Sascha Schneider brieflich bei Karl May an:

Ist denn nun endlich meine Hypnose bei Ihnen angelangt?[8]

Zwei Tage darauf informierte Schneider Klara May auf einer Postkarte:

"Hypnose" ist durch Verwechselung an Herrn Hauptmann Niemann Dresden-A[ltstadt], Waisenhausstr Englischer Garten[9] gelangt. Warum es noch nicht abgeholt ist, ist mir unverständlich. Holen Sie das Bild bitte dort gleich selbst ab.[10]

Auf diese Weise ist die Zeichnung dann doch noch in den Besitz der Mays nach Radebeul gelangt. Am 22. Januar 1907 quittiert Sascha Schneider auf einer wiederum englisch geschriebenen Postkarte den Erhalt von 300 Mark, die wohl als Honorar für das Bild zu verstehen sind.[11]

Der heutige Verbleib des Bildes ist unbekannt, es gilt als verschollen.[12]

Kritiken

Hansotto Hatzig zitiert in seinem Beitrag zur Karl-May-Forschung aus der Monographie[13] des Feuilleton-Redakteurs und Theaterkritikers Dr. phil. Felix Zimmermann (* 1874; † 1946):

Ein bärtiger Dämon entnervt mit den grellen Lichtkegeln aus seinen Augen und dem gebieterischen Griffe seiner Hand den Menschen, der ohnmächtig in Willenlosigkeit zurücksinkt.[14]

Sonstiges

Die Zeichnung Hypnose wurde bereits zu Schneiders Lebzeiten zur Reklame sowie als Titelbild zu mehreren Auflagen von Reinhard Gerlings Werk Hypnotische Unterrichtsbriefe (Berlin o. J.) verwendet.[15]

Anmerkungen

  1. Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, S. 212.
  2. Die weiteren Blätter haben die Titel Felsenfest, O ihr Höheren!, Mitternacht, Ersterbende Liebe und Der Außergewöhnliche; vgl. Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, S. 35.
  3. Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, S. 250, Anm. 32.
  4. Gemeint ist die Firma Feuersteins Nachfolger (Inhaber: Paul Wilsch), Buchbinderei, Papier und Kunsthandlung in Weimar.
  5. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 248.
  6. Genau, wie ich dachte: Es war ein Versehen. Es war der Fehler des Lehrlings des Kunsthändlers, ein dummer Junge, der meine Anweisungen nicht verstanden hat. Sie dürfen es mir glauben, dass ich recht unglücklich bin. Ich habe sofort Anweisungen gegeben, dass das Bild zurückgeholt wird, und ich bin sicher, dass Sie es so schnell wie möglich erhalten werden.
  7. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 250; dort auch die vorige Fußnote.
  8. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 252.
  9. Der Kgl. preuß. Hauptmann a. D. und Schriftsteller August Wilhelm Otto Niemann (1839-1919), Waisenhausstraße 29III. [...]
  10. Sudhoff/Steinmetz: Briefwechsel mit Fehsenfeld I, S. 254; dort auch die vorige Anmerkung.
  11. Vgl. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 260, Anm. 13.
  12. Röder: Sascha Schneider, S. 40.
  13. Felix Zimmermann: Sascha Schneider. Kunstgabe 5. Verlag Die Schönheit Dresden o. J. [1923].
  14. Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, S. 35.
  15. Starck/Roeder: Sascha Schneider und Karl May, S. 8.

Literatur