Hubert Ermisch

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Oberregierungsrat Dr. phil. Hubert Maximilian Ermisch (* 23. Juni 1850 in Torgau; † 6. April 1932 in Dresden) war ein deutscher Archivar und Historiker.

Leben und Werk

Biographisches

Als Sohn eines preußischen Proviantamtsleiters besuchte Ermisch von 1859 bis 1868 die Gymnasien in Kolberg (heute: Kołobrzeg), Bromberg (heute: Bydgoszcz) und Frankfurt (Oder), bevor er bis 1871 Geschichte an den Universitäten Heidelberg und Göttingen besuchte. Am letztgenannten Ort promovierte er 1871.

Ermisch erlangte als Verfasser von Schriften zur sächsischen Diplomatik und Landesgeschichte und als Direktor der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden (seit 1907) bleibende Bedeutung.

Er war verheiratet mit Charlotte Langerfeldt, beide wurden auf dem Johannisfriedhof in Dresden bestattet.

Bibliographisches

  • Bearbeitung des Codex diplomaticus Saxoniae regiae

Hubert Ermisch und Karl May

Karl May hatte Ermischs Vorgänger Franz Schnorr von Carolsfeld am 19. September 1904 versprochen, der Landesbibliothek weitere Werke zukommen zu lassen,[1] woran ihn Hubert Ermisch am 4. Dezember 1908 brieflich erinnerte. Allerdings verwechselte der Direktor dabei die versprochene, aber nicht gespendete Sascha-Schneider-Ausgabe mit den inzwischen im Erscheinen begriffenen Illustrierten Reiseerzählungen.[2]

Karl May antwortete am 10. Dezember:

Von der illustrirten Ausgabe meiner Reiseerzählungen sind erst sieben Bände heraus. es trat eine Verzögerung ein, die nun behoben ist. Ich sende diese sieben; die andern folgen sofort nach dem Erscheinen. Vielleicht ist es gestattet, auch das Drama "Babel und Bibel["] beizulegen.[3]

Die sieben Bände der Reihe sandte May am 14. Januar 1909 an Hubert Ermisch.[4] Dieser dankte Karl May am 20. Januar dafür, bedauerte aber, dass das genannte Drama der Sendung nicht beigelegt war. Dieses wurde erst am 25. Januar in die Bibliothek aufgenommen.[5]

Weitere Kontakte zwischen Hubert Ermisch und Karl May sind nicht bekannt, doch gilt es als wahrscheinlich, dass die weiteren Bände der Illustrierten nach und nach durch May oder später durch seine Witwe Klara May der Bibliothek geschenkt wurden.[6]

Sonstiges

Ebenfalls als Schenkung eines Verfassers kam Rudolf Lebius' Buch Die Zeugen Karl May und Klara May am 13. Dezember 1912 in die Sammlung der Landesbibliothek.[7]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 383.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 457 f.
  3. Steinmetz: Sehr gern, S. 19, 20.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 489.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 491.
  6. Steinmetz: Sehr gern, S. 22 f.
  7. Steinmetz: Sehr gern, S. 23.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks