Hermann Bahr

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Hermann Bahr, 1890

Hermann Anastas Bahr (* 19. Juli 1863 in Linz; † 15. Januar 1934 in München) war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker sowie Theater- und Literaturkritiker. Heute liegt seine Bedeutung in seiner Rolle als zentraler Vermittler der Wiener Moderne und anderer Kulturströmungen seiner Zeit.

Leben und Werk

Nachdem Bahr Klassische Philologie, Jura, Philosophie und Nationalökonomie studiert hatte, unternahm er etliche Reisen nach Spanien, Deutschland, Russland, in den Vorderen Orient und in die Schweiz.

Von 1890 an arbeitete er als Redakteur der Berliner Freien Bühne, ab 1894 als Redakteur der Zeitschrift Die Zeit und als Kritiker beim Neuen Wiener Tageblatt.

Zu seinen Werken gehören zahlreiche Prosatexte, Theaterstücke und Essays.

Hermann Bahr und Karl May

Kurz nach Erscheinen seines Dramas Babel und Bibel hatte Karl May ein Exemplar davon mit einem (nicht bekannten) Begleitbrief an Hermann Bahr gesandt, worauf dieser am 14. September 1906 brieflich antwortete:

Nehmen Sie meinen besten Dank für Ihren Brief und die freundliche Zusendung Ihres Werkes, auf dessen Lektüre ich mich sehr freue.[1]

Weitere Korrespondenz zwischen Bahr und May ist nicht überliefert.

Karl und Klara May besuchten am 13. März 1910, halb acht Uhr abends, im Schauspielhaus Dresden auf Empfehlung von Johannes März eine Aufführung von Hermann Bahrs Lustspiel Das Konzert.[2] März zeigte sich in einem Brief an Klara May vom 20. März betroffen, dass ihr das Stück nicht gefallen habe. Er selbst hielt es nämlich für eine höchst gelungene Satire auf unsere gesellschaftlichen Zustände.[3]

In Vorbereitung von Karl Mays Wiener Vortrag sandte Ludwig Ullmann zusammen mit Philipp Berger am 13. März 1912 eine Umfrage zu May an verschiedene Schriftsteller und Gelehrte, darunter auch an Hermann Bahr.[4] Bahr antwortete im gleichen Monat. In der Neuen Freien Presse wird diese Antwort am 10. März 1912 mit den Worten zitiert:

Wer so viel Haß, Neid, Verleumdung, Wut, Liebe, Bewunderung und Streit erregt hat wie Karl May, verdient es schon um dieser Kraft willen, gehört zu werden.[5]

Diese Antwort wurde – neben denen von Bertha von Suttner, Heinrich Mann, Maximilian Harden und Alexander Roda Roda – am 2. April in einem Nachruf auf den am 30. März verstorbenen Karl May im Neuen Wiener Tageblatt zitiert. Ein Nachdruck dieser Antworten erschien am 22. Juli 1912 in der Berliner Deutschen Montags-Zeitung.[6]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 70 f.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 56.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 59.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 567 f.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 573.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 605.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks