Heinrich Mann

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Luiz Heinrich Mann (* 27. März 1871 in Lübeck; † 11. März 1950 in Santa Monica/Kalifornien) war ein deutscher Schriftsteller und der ältere Bruder von Thomas Mann.

Heinrich Mann und Karl May

Eine erste Erwähnung Heinrich Manns im Zusammenhang mit Karl May findet sich auf einer Postkarte der befreundeten Leserin Hetty Heide an Mays zweite Frau Klara vom 15. Mai 1910:

Die Karte von Erich Mühsam aus der "Torggelstube" (ein beliebtes Weinrestaurant neben dem [Münchener] Hofbräuhaus) halte ich, offen gesagt, für einen sogenannten Bierulk. Es war in letzter Zeit hier geradezu Mode, an Karl May Karten schreiben zu wollen. Ich habe es stets, aus naheliegenden Gründen, abgelehnt. Die Unterzeichneten kennen wir natürlich alle. [...] Heinrich Mann – wenn es wirklich der Schriftsteller ist! – ist Ihnen sicher selbst bekannt. [...] – Ich halte die Karte für recht amüsant für Sie – aber sonst unverwendbar.[1]

In Vorbereitung von Karl Mays Wiener Vortrag sandte Ludwig Ullmann zusammen mit Philipp Berger am 13. März 1912 eine Umfrage des akademischen Verbands für Literatur und Musik zu May an verschiedene Schriftsteller und Gelehrte, darunter auch an Heinrich Mann.[2] Bahr antwortete im gleichen Monat:

Von Karl May habe ich nichts gelesen, höre aber, daß er der Öffentlichkeit solange als guter Jugendschriftsteller galt, bis irgendwelche Missethaten aus seiner eigenen Jugend bekannt wurden. Angenommen aber er hat sie begangen, beweist mir das nichts gegen ihn, vielleicht sogar manches für ihn. Es ist immer schon etwas, wenn er sich dann anders besonnen und anstatt seine Laster körperlich auszutoben, Werke des Geistes (seien diese sonst viel oder wenig werth) aus ihnen gemacht hat. Stärkere Animalität als üblich und der Drang nach Vergeistigung: das hat in günstigen Fällen große Schriftsteller bewirkt. Früher habe ich Karl May mit Nieritz und dem Verfasser der Ostereier verwechselt. Jetzt vermuthe ich in ihm einen Dichter.[3]

Diese Antwort wurde – neben denen von Bertha von Suttner, Hermann Bahr, Maximilian Harden und Alexander Roda Roda – am 2. April in einem Nachruf auf den am 30. März verstorbenen Karl May im Neuen Wiener Tageblatt zitiert. Ein Nachdruck dieser Antworten erschien am 22. Juli 1912 in der Berliner Deutschen Montags-Zeitung.[4]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 150 f.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 567 f.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 568.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 605.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks