Grizzlybär

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Grizzly aus Winnetou I

Der Grizzly (Ursus arctos horribilis) ist eine Braunbären-Unterart. Er ist kräftiger und schwerer als europäische Braunbären und gilt als aggressiver.

Grizzlys in der Natur

Früheres und heutiges Verbreitungsgebiet der Grizzlybären

Der Grizzly stammt von einer eurasischen, über die Landbrücke nach Nordamerika eingewanderten Braunbärenart ab. Dort verbreitete er sich in Wäldern und in der Tundra des ganzen Kontinentes bis nach Mexiko. Während der Besiedlung Amerikas durch die Europäer wurde er übermäßig gejagt und aus weiten Teilen Nordamerikas verdrängt. Die Rocky Mountains, besonders der 1872 gegründete Yellowstone Nationalpark, waren sein letztes Rückzugsgebiet. In diesem Park steht er seit 1886 unter Schutz.

"Grizzly" stammt aus dem Englischen und bedeutet "gräulich".

Merkmale

Grizzlybären wiegen zwischen 180 und 680 kg. Ihre Färbung variiert von grau und blond bis zu dunkelbraun und schwarz. Sie hängt vor allem vom Lebensraum, im Speziellen von der Nahrung und vom Klima, ab. Grizzlys, welche Zugang zu proteinreicher Nahrung wie Lachse haben, sind in der Regel bedeutend größer als ihre eher pflanzenfressende Artgenossen.

Der Grizzlybär unterscheidet sich von anderen Bärenarten durch einen großen Höcker über seinen Schultern. Der Höcker besteht aus einer kräftigen Muskelmasse, die er braucht, um seine Vorderpranken wirkungsvoll einzusetzen. Mit seinen Pranken jagt er, fängt Fische, wendet Steine zur Nahrungssuche und gräbt Höhlen.

Trotz seines massigen Körperbaus kann er mit einer Geschwindigkeit von über 60 km/h rennen. Außer bei der Jagd tappt er allerdings meist gemächlich dahin. Normalerweise geht er auf allen Vieren. Zum besseren Überblick kann er sich auf die Hinterpranken stellen und so auch einige Schritte gehen.

Der Grizzly hat ein Raubtiergebiss. Auf dem Speiseplan stehen (Groß-)Wild (Wapitis, Elche, Karibus, Schafe), Fische (Lachs) und Muscheln, aber auch Beeren, Gras, Wurzeln und Knollen. Vor der Winterruhe legt er jeweils mehrere hundert Kilogramm Fett zu.

Grizzlybären sind normalerweise nachtaktive Einzelgänger.

Grizzlys bei Karl May

Auf Grizzlys Jagd zu machen, gilt bei Karl Mays Westmännern und Indianern als Zeichen großen Mutes, sie zu erlegen als Heldentat. Je näher man dafür an das Tier heranging, umso größer war selbstverständlich die Heldentat. Wer wie Winnetou oder Old Shatterhand einen Grizzly mit dem Bowiemesser töten konnte, wurde weitherum gerühmt.

Dem getöteten Bären wurden die Zähne ausgebrochen und zu einer Halskette verarbeitet, die der Jäger als Zeichen seines Mutes tragen durfte. Selbst Winnetou verschmähte diese Art von Schmuck nicht.

Texte, in denen Grizzlys eine Rolle spielen

Grizzly aus Der Sohn des Bärenjägers

In Deadly dust wird von einem Grizzly erzählt, der Old Shatterhand angefallen und schwer verletzt haben soll. Dies wurde in Winnetou III übernommen, ist aber die einzige Erwähnung dieses Vorfalls und das einzige Mal, dass ein Grizzly Mays Superhelden mit mehr als seinem schlechten Atem belästigt hätte.

Grizzly im Film

Literatur

Informationen über Tiere im Werk Karl Mays finden Sie im Karl-May-Tierlexikon (Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 145/2012) von Anja Tschakert.

Weblinks