Gotthilf Heinrich von Schubert

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Gotthilf Heinrich von Schubert (* 26. April 1780 in Hohenstein; † 30. Juni 1860 in Laufzorn bei München) war ein deutscher Arzt, Naturforscher und Naturphilosoph der Romantik. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet Schub.

Leben

Schubert wuchs als jüngster Sohn eines Pastors in bescheidenen Verhältnissen auf. Er beendete seine Schulausbildung 1799 in Weimar, wo er seine Prüfungen bei dem von ihm sehr bewunderten Gymnasialdirektor Johann Gottfried Herder ablegte. Anschließend studierte Schubert zunächst Theologie, dann Medizin in Leipzig.

1801 wechselte er nach Jena, wo er mit viel Begeisterung auch die Vorlesungen Schellings besuchte. Nach der Beendigung seines Studiums lebte Schubert als praktizierender Arzt in Altenburg. Dort geriet der Mediziner bald in finanzielle Schwierigkeiten. Mit dem innerhalb von drei Wochen fertiggestellten Roman Die Kirche und die Götter und durch das Angebot, Mitarbeiter bei der Zeitschrift Medizinische Annalen zu werden, konnte er diese Probleme jedoch bewältigen. Dennoch gab Schubert seine Praxis in Altenburg 1805 auf, weil er eine akademische Karriere anstrebte.

Schubert siedelte zur Weiterbildung nach Freiberg über, wo er die Vorlesungen Werners über Geognosie und Mineralogie hörte. Anschließend beteiligte er sich in Dresden an Vorlesungsveranstaltungen für die gebildeten Stände. Seine Themen waren der tierische Magnetismus, das Hellsehen und die Träume.

1809 wurde Schubert in Nürnberg Direktor einer neugegründeten Realschule; Angebote, in Berlin bzw. Wien eine Professur für Philosophie zu übernehmen, lehnte er ab. Nach Auflösung der Schule 1816 engagierte der Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin den Gelehrten als Erzieher für seine Kinder, was einen weiteren Umzug Schuberts, diesmal nach Ludwigslust, zur Folge hatte. Dort fühlte er sich aber nicht besonders wohl – der Ruf nach Erlangen, wo Schubert eine Professur für Naturgeschichte (er las dort u. a. Botanik, Geognosie, Mineralogie und Forstwissenschaften) angetragen wurde, kam ihm gelegen. 1827 wechselte er letztmals den Wohnort, weil er als Professor für Allgemeine Naturgeschichte nach München berufen wurde, wo er in Oken einen erbitterten Gegner fand.

Schubert veröffentlichte neben wissenschaftlichen Publikationen auch zahlreiche Reiseberichte. 1853 trat er unter Beilegung des Titels "Geheimrat" in den Ruhestand.

Sonstiges

Den "Literatur-Giebel" gegenüber dem Karl-May-Haus in Hohenstein-Ernstthal ziert u. a. sein Bild.

Literatur

  • Selbstbiographie: Der Erwerb aus einem vergangenen und die Erwartungen von einem zukünftigen Leben. 3 Bde. 185456.
  • Artikel Schubert, Gotthilf Heinrich von von Wilhelm Heß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Band 32 (1891), S. 631–635. (Onlinefassung)
  • Andreas Eichler: G. H. Schubert – ein anderer Humboldt. Mironde-Verlag Niederfrohna 2010. ISBN 978-3-937654-35-5. (Verlagstext)

Weblinks