Friedrich von Gagern

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Friedrich Freiherr von Gagern (* 26. Juni 1882; † 15. November 1947) war ein Romanautor, der 1897 mit Karl May Kontakt aufnahm.

Biographisches

Friedrich von Gagern

Er wurde auf Schloss Mokritz (heute Mokrice, Slowenien) geboren, studierte Philosophie, Geschichte und Literaturgeschichte in Wien, lebte dann als Zeitschriftenredakteur und ab 1914 als freier Schriftsteller. Er bereiste Afrika und Amerika und brachte vor allem in Romanen und Erzählungen sein starkes Naturempfinden zum Ausdruck, wobei er besonders den Typus der Jagderzählung persönlich prägte. 1927 wählte er das südlich von Melk gelegene "Haus Geigenberg" zum Wohnsitz, eine Villa in der Gemeinde St. Leonhard am Forst.

Er war Autor spätexpressionistischer, seinerzeit sehr populärer Romane. Er schrieb exotische Abenteuererzählungen in Lederstrumpfmanier, in denen männliches Einzelgängertum und die Ursprünglichkeiten fremder Völker idealisiert werden, Heimatromane und Gesellschaftschroniken einer aristokratischen vergangenen Welt. Die meisten seiner Bücher erschienen zwischen den Weltkriegen und hatten hohe Auflagen. Zwischen 1919 und 1929 schrieb von Gagern aus dem Stoff für den ursprünglich geplanten Roman Die Prärie die drei Amerikabücher Der Marterpfahl, Der tote Mann und Das Grenzerbuch. Sie erzählen von der Okkupation Amerikas durch weiße Siedler und waren auch nach dem Zweiten Weltkrieg gefragte Jugendbücher.

Friedrich von Gagern und Karl May

Am 18. Januar 1897 schrieb der vierzehnjährige Friedrich von Gagern an Karl May und stellte einige typische Leserfragen. Ihn interessierte das Schicksal Hadschi Halef Omars und Omar Ben Sadeks sowie die Handlungszeit der Surehand-Trilogie. Außerdem fragte er, wie May in den Besitz von Sam Hawkens' Gewehr Liddy gekommen sei und ob sich hinter dem Old Shatterhand in den Jugenderzählungen Der Schatz im Silbersee und Der Sohn des Bärenjägers der Schriftsteller selbst verberge.[1]

Eine Antwort Karl Mays oder weitere Kontakte sind nicht bekannt.

Sonstiges

Im "Grenzerbuch" äußerte sich Gagern dagegen später weniger may-begeistert:

Des guten Karl May edler Winnetou ist eine in dieser - und in jeder - Beziehung sehr schlechte und kenntnislos erfundene literarische Mißfigur. Vornehme, großzügige Charaktere konnte man aus allen nördlichen Präriestämmen herausdichten, aus den Sioux, den Cheyennes, den Assiniboins: - nur nicht gerade aus dem armseligen, raubnomadischen Volke, dessen Wörterbuch dem unseligen "Old Shatterhand" zufällig auf den Schreibtisch gefallen war, aus den allverhaßten Zigeunern unter den Rothäuten, den Apachen.[2]

Werke

  • Der böse Geist. 1913
  • Das Geheimnis. 1919
  • Die Wundmale. 1919
  • Das nackte Leben. 1923
  • Ein Volk. 1924
  • Der tote Mann. 1927
  • Die Straße. 1929

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 9.
  2. Das Grenzerbuch, Berlin 1927, S. 81f.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks