Franz Fethke

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Franz Johann Fethke (* 10. Oktober 1885; † 1. Dezember 1966) war zunächst Seminarist, danach Lehrer in Christfelde (Chrystkowo, heute zu Świecie/Polen), später in Steinau (heute: Turowo/Polen) und Schlochau (heute: Człuchów/Polen), und ein Leser, der mit Karl May in Kontakt getreten war und später darüber berichtete.

Franz Fethke und Karl May

Franz Fethke

Während der einzigen Orientreise Karl Mays in den Jahren 1899 und 1900 gab es in Deutschland verschiedene Vermutungen über seinen Aufenthalt. Eine davon erwähnte Franz Fethke später in seinen Erinnerungen an Karl May:

Noch deutlich ist mir in Erinnerung, wie in meiner Heimat das Gerücht sich verbreitete, Karl May sei auf seiner Reise durch den Orient von Eingeborenen getötet worden.[1]

Vermutlich im Frühsommer 1906 wendete sich der Seminarist Fethke zum ersten Mal brieflich an May und erkundigte sich nach französischen Übersetzungen seiner Werke. Karl May antwortete am 26. Juni:

Eine einheitliche Uebersetzung meiner bisher ganz zerstreut in französischer Traduction erschienenen Werke soll erst nächstens in die Wege geleitet werden.[2]

In seinen Erinnerungen ergänzte Fethke dazu:

In der Folgezeit wanderte bei passender Gelegenheit noch oft ein Lebenszeichen nach der Villa Shatterhand, und fast immer wurde es erwidert.[3]

Unter anderem schickte Franz Fethke wohl im Januar 1907 ein Porträtfoto von sich an Karl May für dessen Leseralbum. Auf der Rückseite vermerkte er:

In
tiefster Dankbarkeit
Ihr
Franz Fethke.
Christfelde, Januar 07.[4]

Auf dem Bild selbst findet sich in der Handschrift Klara Mays die Bezeichnung:

Lehrer Fethke
Christfelde[5]

Von seiner Amerikareise sandte May Fethke am 29. September 1908 eine Grußkarte aus Niagara Falls (Kanada).[6] Offenbar hatte Karl May gegen Ende der Reise, vielleicht aus London, noch einmal an den Lehrer geschrieben, denn am 30. Dezember dankte dieser für Grüße von der Heimreise:

Hoffentlich erfahren wir nun ja bald Weiteres über die Tuscaroras[7] pp., nicht wahr?[8]

Ein weiterer Brief Fethkes an May vom 23. Februar 1909 ist ebenfalls erhalten. Darin heißt es, bezugnehmend auf die Amerikafahrt:

Wie ich kürzlich von Ihrer w[erten] Frau Gemahlin hörte, ist Ihre letzte Reise nicht ganz ohne Unfall verlaufen. Hoffentlich gibt Ihr Befinden zu ernsterer Besorgnis doch keinen Anlaß mehr?[9]

Im Sommer 1910 kam es zum einzigen Besuch Franz Fethkes bei Karl und Klara May in Radebeul. Er wurde zur Mittagstafel geladen und sprach ausführlich zunächst mit dem Ehepaar. Außerdem wurden ihm viele Reiseandenken aus dem Morgenlande gezeigt.[10]

Weitere Kontakte zwischen Mays und Franz Fethke sind wahrscheinlich, aber nicht bekannt.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 281.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 43.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 43.
  4. Leseralbum, S. 71399.
  5. Leseralbum, S. 71399.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 437.
  7. Das einzige Foto, das Karl May mit Indianern zeigt, ist vor einem Zelt der Tuscaroras aufgenommen.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 472.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 501.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 196 f.

Veröffentlichung zu Karl May

  • Meine Erinnerungen an Karl May. In: Karl-May-Jahrbuch 1922, S. 312–323.
  • Vor fünfzig Jahren. Mein Besuch bei Karl May. In: Neues Schlochauer und Flatower Kreisblatt, Bonn 27. Juli 1960.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.