El Kasr

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El Kasr
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Die Rose von Sokna
Unter Würgern/Die Gum
Scheba et Thar

El Kasr (قلعة) ist das arabische Wort für "Schloss", "Festung". Bei Karl May wird dieser Name in drei Erzählungen für ein Wüstenschloss verwendet.

Vor uns lag eine weite, von steil anstrebenden Bergwänden eingefaßte Thalrundung; unserm Standorte grad gegenüber, ungefähr drei Viertel Wegesstunden weit, erhob sich auf der Kuppe des Ras (Berg) ein eigenthümliches Mauerwerk, zu welchem eine lange Reihe von Reitern emporstrebten. Ich nahm das Fernrohr zur Hand und erkannte wirklich unsere Karawane, welche von den Räubern bedeckt und geführt, nach und nach unter dem alten, eingefallenen Thore verschwand. Schnell war ein Plan gefaßt. Wir durften uns nicht sehen lassen und mußten daher den offenen Thalkessel umgehen.[1]
Wir ritten weiter und kamen den Bergen näher. Jetzt zog ich mein Rohr hervor. Bothwell that dasselbe.
"El Kasr!" meinte er nach einer Weile, indem er mit der Rechten grad auf die Mitte des Höhenzuges deutete, der sich in Form eines Hufeisens vor uns ausbreitete.
Auch ich hatte das hohe Gemäuer erkannt, welches sich dort erhob. Es waren allem Anscheine nach die fensterlosen Ruinen eines burgähnlichen Gebäudes, welches vor langen, langen Zeiten dort errichtet worden war, ein neuer Beweis dafür, daß manche Theile der Wüste früher nicht so menschenleer waren wie heute, wo die Kultur den unterbrochenen Kampf mit der Unfruchtbarkeit des Bodens von neuem aufzunehmen hat.[2]
  • In "Scheba et Thar" wird ein Kasr (Schloss) im Wadi Achdar ("Grünes Tal") beim Dschebel Schammar so genannt. Dort sollen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar von den feindlichen Scherarat- Beduinen den "Geisterlöwen" zum Fraß vorgeworfen werden, können diese aber töten.
Unsere Wasserschläuche waren fast leer geworden, und so freuten wir uns auf Wadi Achdar, denn es gab Wasser in den zwei dortigen Brunnen hinter den steilen Felsenklüften, welche die hohen Thalwände bilden und oben im Hintergrunde von den Ruinen eines uralten Kasr gekrönt werden. Solche Ruinen, welche meist aus der vorislamitischen Zeit stammen, sind in Arabien gar nicht selten, und daß im Wadi Achdar einst eine Burg gestanden hatte, konnte mich nicht wundern, denn ich kannte die Sage, nach welcher dieses Thal mit einem westlichen Nebenflusse des Euphrat in Verbindung gestanden haben soll.[3]

Anmerkungen

  1. Karl May: Die Rose von Sokna. Ein Abenteuer aus der Sahara von Karl May. Deutsche Gewerbeschau, Mühlhausen/Thüringen 1878, S. 46.
  2. Karl May: Unter Würgern. Abenteuer aus der Sahara von Karl May. Deutscher Hausschatz, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1879, S. 690.
  3. Karl May: Scheba et Thar. Reiseerzählung von Dr. Karl May. Regensburger Marien-Kalender, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1897, S. 325 f.