El Hadd

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El Hadd
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Ardistan und Dschinnistan II

Das Wasserschloss in El Hadd, Dschebel Allah und Bab Allah

El Hadd ist eine Landschaft, die schon zu Dschinnistan gehört. Das Grenzgebirge mit den Übergängen befindet sich beim Dschebel Allah, der Fluss Ssul verlässt El Hadd durch das Bab Allah.

Man denke sich El Hadd als ein immerwährend ansteigendes Bergland, welches im Süden an Ardistan im weiteren Sinne und im Norden an Dschinnistan stößt. Früher hatten zwei Straßen durch El Hadd hinauf nach Dschinnistan geführt, eine Land- und eine Wasserstraße. Durch das südliche Grenzgebirge zwischen El Hadd und Ardistan führten nur zwei Tore, ein östliches und ein westliches. Dieses letztere hatte sich Ssul, der Fluß, gebrochen, dessen spätere, vollständige Austrocknung zu der Sage leitete, daß das Wasser sich umgedreht habe und nach Dschinnistan zurückgekehrt sei. Das östliche Tor öffnete sich dem Landwege, der breiten Straße, die über den Dschebel Allah ging. Früher hatte auf beiden Wegen ein sehr reger Verkehr zwischen Ardistan und Dschinnistan bestanden; später aber, als die Beherrscher des ersteren Landes immer ungerechter und gewalttätiger wurden, ging nicht nur die Flußschiffahrt sondern auch der Landverkehr derart zurück, daß beide endlich vollständig aufhörten. Der Fluß hatte schließlich kein Wasser mehr, und der Landweg blieb nur für den Verkehr zwischen El Hadd und Dschinnistan offen, so daß sich nach und nach das Gerücht bildete, es sei den Bewohnern von Ardistan überhaupt verboten, den Dschebel Allah zu überschreiten.
Früher hatte man, wenn auch nicht Dschinnistan, so doch das Grenzland El Hadd ziemlich genau gekannt; jetzt aber war das nicht mehr der Fall. Es lebte niemand mehr, der dort gewesen war, und auf alte Beschreibungen konnte man sich nicht mehr verlassen, weil erzählt wurde, daß da oben in den Bergen in letzter Zeit sich viel verändert habe, wovon man unten im Niederlande nichts erfahre. Darum war die Absicht des 'Mir von Ardistan, einen Krieg gegen Dschinnistan zu führen, eine Torheit, deren Größe er jetzt sehr deutlich erkannte. Und darum war es nicht etwa herzhaft oder mutig, sondern geradezu vermessen von dem >Panther< gewesen, diese Torheit dadurch zu verzehnfachen, daß er sie zu seiner eigenen machte und zuletzt gar der Meinung war, sich aus seiner mehr als schwierigen Lage durch sie retten zu können.[1]

Der Herrscher von El Hadd ist der Schech el Beled, von dem Karl May andeutet, dass er in Wahrheit der Mir von Dschinnistan sei. Als sich die in der Stadt der Toten eingekerkerten Gefangenen befreien können, kommt ihnen der Schech mit seinen Lanzenreitern gemeinsam mit anderen Truppen von Dschinnistan zu Hilfe. Sie schließen sich dem Heer des Dschirbani an und treiben den Panther und seine Krieger zum Schloss von El Hadd, das beim Wasserschloss, dem Ursprung des versiegten Flusses Ssul, liegt. Gemeinsam mit dem Mir von Ardistan öffnet der Schech el Beled die Schleusen des Wasserschlosses und das Wasser kehrt in den Ssul zurück.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Mir von Dschinnistan. In: Deutscher Hausschatz 1908/09, 10. Kap., S. 310.