Dschan

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Dschan
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Abdahn Effendi

Dschan ist eine weit ausgedehnte Landschaft, durch die sich die türkisch-persische Grenze zieht... Dschan liegt sehr hoch, im Süden des kurdischen Gebirges.[1] Quer durch Dschan verläuft die Karawanenroute, auf der auch öfters Leichen nach Kerbela gebracht werden. Mit ihren zwei von Schluchten durchzogenen Gebirgszügen von Uluhm, den dichten Wäldern, für Persien beinahe als Wunder zu betrachten, dem dazwischen liegenden mit Busch und wildreichem Wald bestandenen Tal fordert sie Schmuggler geradezu heraus, sich hier zusammenzuziehen. Wo die Karawanenstraße auf der östlichen Seite ins Tal hinunter zu steigen beginnt, liegt die persische Zollstation, wo sie auf der westlichen Talseite wieder den Talrand erreicht hat, die türkische. Unten im Tal liegt an der Brücke über den namentlich nicht genannten Fluss die große Besitzung von Abdahn Effendi, ein Komplex mit zwei Karawansereien, Häusern, Hütten, Stallungen, Schuppen, Tennen, Winkeln und Löchern. Im Umkreis liegen weit zerstreut kleine ärmliche Hütten, und inmitten dieses Bezirkes liegt einsam auf einem kahlen Hügel ein mohammedanisches Bethaus, wo freitags auch die Gerichtssitzung abgehalten wird. Flussaufwärts von Abdahn Effendis Anwesen münden in den Fluss zwei Bäche von rechts, dazwischen einer von links. Am dritten Bach lebt mit seiner Familie der Sägemüller Ben Adl, dessen aus den Stämmen des Hochwalds erzeugte Bretter über das ganze persische Hochland und sogar bis Teheran und Isphahan gehen, wo Pilgersärge aus ihnen gezimmert werden.

Symbolik

Dschan, zu deutsch "Seele", soll sagen, dass sich die Handlung des Alterswerks auf seelischem Gebiet ereignet. Uluhm, die Wissenschaften, sind die Erhöhung des Menschen durch (Seelen-)Bildung. Die Karawanserei des Abdahn (= "Leiber") Effendi ist das Genussleben ohne höheres Streben, Ben Adl (= "Gerechtigkeit") jedoch lebt weit oben, denn Gerechtigkeit ist nur auf den Höhen, nicht in den Niederungen des Lebens zu finden.[2]

Anmerkungen

  1. Abdahn Effendi, Reprint der Karl-May-Gesellschaft, S. 287.
  2. Nachwort zu Abdahn Effendi, Band 48 der Gesammelten Werke "Das Zauberwasser", Auflage 1979, S. 376 f., sowie Band 81, "Abdahn Effendi", S. 83 f.

Weblinks