Donauwörth

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Donauwörth ist heute eine Große Kreisstadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries (Bayern) und Sitz des Landratsamtes.

Geschichte

Donauwörth hat seinen Namen von der jetzt in Trümmern liegenden Burg Wörth (Veridi), die, um 900 vom Grafen Hugbald I. von Dillingen erbaut, von seinem Urenkel Mangold "Mangoldstein" genannt wurde. Nachdem Mangolds Nachkommen 1191 ausgestorben waren, fiel Donauwörth an die Hohenstaufen.

Karl IV. verpfändete den unter Albrecht I. zur Reichsstadt erhobenen Ort 1376 an Bayern. Herzog Ludwig der Jüngere verzichtete 1434 auf die Pfandschaft. Die Stadt wurde wieder reichsunmittelbar.

Im Dreißigjährigen Kriege ward Donauwörth 1632 von den Schweden unter Gustav Adolf gestürmt, 1634 aber wieder von den Bayern genommen. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurden die Bayern und Franzosen 1704 auf dem nahe gelegenen Schellenberg durch die Kaiserlichen unter dem Prinzen Ludwig von Baden und dem Herzog Marlborough völlig besiegt, worauf Donauwörth 1705 von Kaiser Joseph I. wieder zur Reichsstadt erklärt wurde. Frankreich setzte jedoch im Frieden von Baden 1714 die Wiederabtretung der Stadt an Bayern durch.

Am 6. Oktober 1805 fand bei Donauwörth ein unglückliches Gefecht der Österreicher unter Mack gegen die Franzosen unter Soult statt.

19. Jahrhundert

Donauwörth war eine unmittelbare Stadt im bayrischen Regierungsbezirk Schwaben und Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Pleinfeld-Buchloe und Neuoffingen-Ingolstadt. Es hat sechs katholische und eine evangelische Kirche, die ehemalige Benediktinerabtei Heiligkreuz mit Kirche, hohem Turm und großer Glocke, ein früher fürstlich Öttingen-Wallersteinsches Schloss, später die Anstalt des Verlags katholischer Zeitschriften (Cassianeum) und Buchdruckerei, ferner ein gotisches Rathaus, ein gotisches sogenanntes Tanzhaus, in dessen Räumen sich dann das Theater und eine Schule befanden, ein Progymnasium, zwei Institute der Barmherzigen Schwestern und ein Frauenschulkloster. Es war Sitz eines Bezirksamts, Amtsgerichts und Forstamts, betrieb Maschinen-, Schokolade- und Pechfabrikation, Bierbrauerei, Sägemühlen, hatte Viehmärkte und zählte im Jahre 1900 4.367 meist katholische Einwohner.

Karl May in Donauwörth

Am 24. Oktober 1904 hielt Karl May hält auf Einladung im Donauwörther Cassianeum, einer Schule mit angegliedertem Internat, einen Vortrag. Klara May, die ihn dorthin begleitet hat (Rundreise 1904), vermerkt in ihrem Tagebuch:

Feierliche Ansprache der Lehrer im großen Saale. Dann dankte Karl in langer Rede, die einen Sturm der Begeisterung hervorrief. Die Lehrer dankten wieder durch den Direktor der Anstalt. Dann wurde ein dreifaches Hoch auf Karl May ausgebracht, was aus den vielen Kehlen der begeisterten Schüler und Lehrer wie ein Donner erscholl. Die Fenster des Saales klirrten. Mir lief es kalt über den Rücken vor Erregung. Solch eine Überfülle von Liebe hatte ich in meinem Leben noch nicht gesehen.

Abends versammelt man sich im Erkerzimmer des Hotels Krone. Darüber berichtete das Donauwörter Anzeigenblatt am 27. Oktober 1904:

Die lebhaften, gemütlichen Erzählungen dieses berühmten, vielgepriesenen und vielgeschmähten Mannes und seiner ebenso geistreichen, treuen Lebensgefährtin, fesselten die Aufmerksamkeit der Anwesenden im höchsten Grade.

Weblinks