Dieter Borsche

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Dieter Borsche
im Karl-May-Film
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Der Schut
Durchs wilde Kurdistan
Im Reiche des silbernen Löwen

Dieter Albert Eugen Rollomann Borsche (* 25. Oktober 1909 in Hannover; † 5. August 1982 in Nürnberg) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.

Leben

Dieter Borsche war der Sohn des Musiklehrers und Kapellmeisters Willi Felix Borsche und dessen Ehefrau, der Oratoriensängerin Anna Friederike Berta geborene Bornmüller. Borsches vorrangiges Interesse galt nach dem Gymnasium, das er bis zur Oberprima besuchte, zunächst dem Tanz. Von 1930 bis 1935 war er als Balletttänzer an der Städtischen Oper in Hannover engagiert. Zusätzlich nahm er Schauspielunterricht und kam als jugendlicher Liebhaber nach Weimar. Weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn waren: 1935 Kiel, 1939 bis 1942 Danzig und 1942 bis 1944 Breslau. Dann wurde er zur Wehrmacht eingezogen, in der Eifel verwundet, geriet in Kriegsgefangenschaft und kam in ein Lazarett in Tübingen. Im Bayerischen Wald, wo er seine Familie wiedertraf, war er einige Zeit als Schreiner und Spielzeughersteller beschäftigt.

1946 kam Borsche ans Theater Kiel. Hier war er erneut Schauspieler und von 1947 bis 1949 Oberspielleiter. Sein Durchbruch als Theaterschauspieler gelang ihm allerdings erst in den 1960er Jahren, als er bereits ein bekannter Filmstar war.

Seine Filmkarriere begann zwar bereits 1935, aber als jugendlicher Liebhaber besaß er wenig Ausstrahlung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam mit dem Spielfilm Nachtwache (1949) der Durchbruch. Borsche wurde zu einem der populärsten Mimen der Nachkriegszeit in Deutschland. Er war im deutschen Kino der 1950er Jahre die Idealbesetzung für absolut integre, aufrechte Persönlichkeiten. In den 1960er Jahren kämpfte Borsche gegen dieses Rollenklischee an und spielte bevorzugt Schurken wie in dem Edgar-Wallace-Film Die toten Augen von London und in dem Durbridge-Sechsteiler Das Halstuch. Seine Theaterlaufbahn verfolgte er parallel dazu weiter.

Dieter Borsche als Sir David Lindsay (l.)

Bei Borsche traten schon in den 1950er Jahren die ersten Anzeichen von Muskelschwund auf. Die Krankheit wurde im Laufe der Jahre so akut, dass er sich in den 1970er Jahren gezwungen sah, von Film- und Fernsehrollen Abstand zu nehmen. Er verlegte seinen Wirkungskreis auf die Tätigkeit als Sprecher für Hörspiele und Lesungen im Radio. Auf der Bühne trat er in Gegenwartsstücken auf, da er inzwischen auf einen Rollstuhl angewiesen war.

Borsche war dreimal verheiratet. Sein Grab befindet sich anonym auf dem Hauptfriedhof Öjendorf in Hamburg.

Dieter Borsche und Karl May

Er spielte in den drei Orientfilmen der Karl-May-Filmwelle den Sir David Lindsay.

In der Hörspielproduktion Wie Kaiser Wilhelm mit Kara ben Nemsi auszog, das Fürchten zu lernen sprach er 1974 Kaiser Wilhelm II.

Filmografie (Auswahl)

  • 1964: Der Schut
  • 1965: Durchs wilde Kurdistan
  • 1965: Im Reiche des silbernen Löwen

Auszeichnungen

  • 1951 und 1952 Bambi als publikumsstärkster Filmstar des Jahres
  • 1974 Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
  • 1979 Bundesverdienstkreuz

Weblinks