Des Kindes Ruf

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Handelnde Personen in
Des Kindes Ruf

Eduard Fährmann
Frau Fährmann
Großmutter Fährmann
Paul Fährmann
Franz Hilbert
Kurt Hilbert
Minna


Handlungsorte

Oberdorf im Erzgebirge
nahegelegenes Zuchthaus

Des Kindes Ruf. Eine Geschichte aus dem Erzgebirge von Karl May ist eine frühe erzgebirgische Dorfgeschichte Karl Mays.

Textgeschichte

Die Erzählung wurde erstmals 1878 in der Zeitschrift Weltspiegel veröffentlicht.[1] Ein Jahr darauf folgte der satzgleiche Abdruck in dem parallel erscheinenden Blatt Deutsche Boten.[2] 1880 erschien der Text ein weiteres Mal in den Deutschen Boten.[3]

Bereits 1881 erschien ein Wiederabdruck unter dem Titel Des Kindes Ruf. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl Hohenthal in der Zeitschrift Für alle Welt![4] Das hier benutzte Pseudonym Karl Hohenthal hat May mehrfach verwendet.

Die Erzählung wurde 1903 in einer von Karl May selbst leicht überarbeiteten Fassung unter dem Titel Der Einsiedel in den Band Erzgebirgische Dorfgeschichten (Belletristischer Verlag Dresden) aufgenommen.[5] Eine weitere Veröffentlichung dieses Bandes erfolgte 1907 im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[6]

In den Gesammelten Werken ist der Text seit 1921 in bearbeiteter Form unter gleichem Titel in Band 43 Aus dunklem Tann zu finden.[7]

1974 veröffentlichte die Karl-May-Gesellschaft als Privatdruck den Band Weltspiegel in der Reihe Erstdrucke Karl Mays in Faksimile-Ausgaben, in dem auch ein Reprint der Erstveröffentlichung enthalten war.

Im Jahre 1977 veröffentlichte der Olms Verlag HildesheimNew York einen Reprint des Bandes Erzgebirgische Dorfgeschichten (Fischer-Ausgabe).

Ein Jahr später erschien im Manfred Pawlak Verlag Herrsching dieser Band im Neusatz unter dem Obertitel Der Dukatenhof als gebundene Ausgabe.

1982 veröffentlichte der Ueberreuter Verlag eine Lizenzausgabe des Bandes Aus dunklem Tann in der Reihe Karl May Taschenbücher.

Der Pawlak-Band wurde 1983 als Taschenbuch neu aufgelegt und eine satzgleiche Lizenzausgabe davon 1992 im Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel.

Im Treptower Verlagshaus erschien 1991 das Taschenbuch Abenteuer im Erzgebirge, das den Text der Erstveröffentlichung in modernisierter Form enthält.

Die Fischer-Ausgabe der Erzgebirgischen Dorfgeschichten brachte der Karl-May-Verlag 1996 als Reprint neu heraus.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Weltbild Verlag in der Reihe Weltbild Sammler-Edition den Sammelband Erzgebirgische Dorfgeschichten 1, der den Text in modernisierter Form beinhaltet. Diese Edition ist eine Lizenzausgabe des Verlags Neues Leben, in dem 2000 der inhaltsgleiche Band Erzgebirgische Dorfgeschichten Band I erschien.

2003 wurde der Erstdruck im Reprint-Band Old Firehand der Karl-May-Gesellschaft wiederveröffentlicht.

Im Jahre 2012 gab Jürgen Seul im Hansa Verlag Husum den Sammelband Der Traum eines Gefangenen. Justizgeschichten im Werk Karl Mays heraus, der den Text ebenfalls enthält.

Inhalt

Eduard Fährmann ist wegen Diebstahl und Unterschlagung im Zuchthaus eingesperrt. Seine Frau hat sich von ihm scheiden lassen und beabsichtigt, den Reiterkurt zu heiraten. Ihr Sohn Paul ist ihr dabei im Weg, er wird sehr schlecht behandelt und vernachlässigt, dass es sogar dem Lehrer auffällt.

Der Knabe macht sich auf den Weg, den Vater zu befreien. In der Nähe des Zuchthauses wird er von einer Wache versehentlich angeschossen; als er zusammenbricht, ruft er verzweifelt nach seinem Vater. Eduard Fährmann hört den Ruf, erkennt an der Stimme sein Kind und erfährt am nächsten Tag, dass sein Sohn angeblich erschossen wurde. Außer sich flieht er aus dem Zuchthaus und eilt in seinen Heimatort Oberdorf, wohin auch der nur verletzte Junge gebracht worden ist. Die Lindenbäuerin Minna hat ihn bei sich aufgenommen, da die Mutter keine Lust hatte, sich um das Kind zu kümmern.

Im Ort angekommen entdeckt Eduard zufällig, dass der Reiterkurt damals die Unterschlagung begangen und ihm in die Schuhe geschoben hat, um selbst Fährmanns Frau heiraten zu können. Der Reiterkurt überwältigt den Obergendarmen, der ebenfalls den wahren Täter erkannt hatte, und greift bereits nach einem Beil, als Fährmann dazukommt, ihn überwältigt und fesseln hilft. Der Obergendarm ruft seine Polizisten und lässt Fährmann unter Aufsicht bei seinem Sohn, seiner Mutter und Minna.

Der Reiterkurt wird verhaftet und überführt, er gesteht und wird arretiert; auch Fährmann wird mitgenommen, aber am selben Tag wieder freigelassen. Happy End.

Spiegelung

In der Zuchthausszene verarbeitete Karl May Erinnerungen an seine Haftzeit in Waldheim. Dementsprechend mit- und einfühlsam sind auch der Alltag des Gefangenen und seine Gedanken geschildert – Passagen, die man in solcher Einfachheit und Eindringlichkeit selten findet.

Übersetzung

1903 erschien eine dänische Übersetzung des Textes unter dem Titel Barnets Raab, die erst 2013 vorgestellt wurde.

1907 wurde der Text mit Erlaubnis des Autors von Lu Fritsch ins Englische übersetzt. Obwohl sie am 6. Juni 1908 an Karl May schreibt, dass der Abdruck von The Call of the Child im Novel Magazine zum Druck gelange, ließ sich eine Publikation jedoch bisher noch nicht nachweisen.

Anmerkungen

  1. Plaul/Klußmeier, S. 49, Nr. 85.
  2. Plaul/Klußmeier, S. 54, Nr. 94.
  3. Plaul/Klußmeier, S. 68 f., Nr. 118.
  4. Plaul/Klußmeier, S. 84, Nr. 143.
  5. Plaul/Klußmeier, S. 270 f., Nr. 372.
  6. Plaul/Klußmeier, S. 307 f., Nr. 436.
  7. Hermesmeier/Schmatz, S. 231–233, Nr. GW43.

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks