Der Karawanenwürger

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Der Karawanenwürger ist der Titel eines Sammelbandes, der Erzählungen von Karl May enthält.

Ausgabe Verlag Hugo Liebau

Im ersten Halbjahr des Jahres 1894 erschienen im Verlag Hugo Liebau zwei Sammelbände mit Erzählungen, die zuvor in der Zeitschrift Frohe Stunden erschienen waren. Die Titel der Bücher lauteten Der Karawanenwürger und Aus fernen Zonen. Beide Bände wurden in den ersten Jahren ohne Nennung eines Autors auf dem Titel veröffentlicht.

Der Karawanenwürger enthielt folgende Erzählungen:

Die Ausgabe enthielt mehrere Bildtafeln:

Alle May-Texte sind mehr oder weniger stark bearbeitet worden; teilweise wurden sie erheblich gekürzt. Aus fernen Zonen ist dabei ein Auszug aus dem Karawanenwürger-Band und enthält drei der sechs May-Erzählungen.

Ausgabe Verlag August Weichert

Bereits Ende des Jahres 1894 wurden die Bände im Verlag August Weichert in mehreren Titelvarianten weiter veröffentlicht. Seit 1902 wurde aber der Verfasser auf dem Deckelbild genannt.

Der Karawanenwürger enthielt jetzt folgende Erzählungen:

  • Der Karawanenwürger (ursprünglich Die Gum)
  • Im wilden Westen (ursprünglich Ein Self-man)
  • Ein Kampf mit Piraten (anonym, stammt nicht von May)
  • Ein Abenteuer in Südafrika (ursprünglich Der Africander)
  • An Bord der Schwalbe (ursprünglich Ein Abenteuer auf Ceylon)
  • Der Brand des Ölthals (ursprünglich Der Oelprinz)
  • Die Rache des Ehri
  • Auf dem Rio Gila (von Heinrich Walden)

Hiervon gab es zahlreiche Auflagen, die sich nur durch das Impressum unterscheiden. Erst 1902 (nach der Rechtschreibreform) gab es eine überarbeitete Neuausgabe unter Hinzufügung der Erzählung Die Sklavenjäger von Lindi von Ludwig Foehse.

Es erschien auch eine Variante unter den Titeln Im wilden Westen (1900) bzw. Auf der Prärie[1] (1902), bei der Texte von Karl May, Arthur Wollbrandt (möglicherweise die anonyme Ein Kampf mit Piraten-Erzählung)[2] und Frederick Marryat (Sigismund Rüstig) abgedruckt wurden.

Werkgeschichte

Möglicherweise handelte es sich bei dem Sammelband um einen Raubdruck aus den Frohen Stunden, denn im dortigen zweiten Jahrgang (1877/78) erschienen all diese Texte in gleicher Reihenfolge. Dort sind allerdings drei der May-Texte mit dem Pseudonym Emma Pollmer versehen. Möglicherweise war also Bruno Radelli als Erstverleger und Commissionär des Liebau-Verlags (!) oder sogar May selbst an der Buchproduktion beteiligt, zumal May offenbar nie gegen diese Buchausgabe vorgegangen ist. Tatsächlich hat Amand von Ozoróczy May wohl 1906 auf das Büchlein angesprochen, allerdings hinsichtlich der Autorenschaft wohl weder eine zustimmende noch eine ablehnende Antwort bekommen.[3]

Thomas Schwettmann vermutet, dass Karl May das Buchprojekt bereits 1878 selbst vorbereitet haben könnte und ein großer Teil der Textbearbeitungen auf ihn zurückgehen.

Anmerkungen

  1. Hainer Plaul: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, Eintrag 535.
  2. Heinz Mees: Neue "Karawanenwürger"-Ausgaben aufgetaucht. Bibliographische Notizen. In: M-KMG Nr. 67, S. 30.
  3. Brief von Amand von Ozoróczy an Hartmut Kühne. In: M-KMG Nr. 74, S. 50 f.

Literatur

1987 veröffentlichte der Karl-May-Verlag einen Reprint der Erstausgabe dieses Bandes mit dem Titel Der Karawanenwürger und andere Erzählungen. Dieser enthält ein Nachwort von Roland Schmid, in dem die Geschichte dieser Buchausgaben ausführlich beschrieben wird.

Weblinks