Chrudim

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Chrudim ist eine Stadt in der ostböhmischen Region Pardubitz (tschechisch: Pardubický kraj) am Fluss Chrudimka.

Wahrscheinlich wurde Chrudim im 9. Jahrhundert gegründet, urkundlich erstmals im Jahr 1055 erwähnt, als dort der böhmische Fürst Břetislav I. starb. Ab dem 13. Jahrhundert war es eine Königsstadt, die zum Besitz der böhmischen Königinnen zählte. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit wurde es ein wichtiges regionales Zentrum. Ein Kapuzinerkloster mit der St. Josef-Kirche wurde im Jahre 1656 gegründet und ab Ende des 17. Jahrhunderts war es ein bekannter Wallfahrtsort (wundertätiges Salvatorbild). Seit dem 19. Jahrhundert hat sich Chrudim nicht mehr so schnell weiterentwickelt wie andere Städte der Umgebung.

bei Karl May

Chrudim
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Pandur und Grenadier
Der Weg zum Glück (nur erwähnt)

"Der König kam von Olmütz über Leitomischl und steht jetzt in Chrudim." [...]
"So kommt der alte Kerl also aus dem feindlichen Hauptquartiere?"
"Direct aus Chrudim:"[1]
Der Panduren-Obrist Franz von der Trenck will mit Hilfe eines gefälschen Briefes den Fürsten Leopold nach Chotiborz locken, um ihn gefangenzunehmen. Diesen Brief überbringt der Spion Slugaksch nach Chrudim, wird jedoch vom Fürsten entlarvt und gefangengesetzt. Später soll er in Chrudim hingerichtet werden.
  • Im Kolportageroman Der Weg zum Glück ist Fritz Hiller der Sohn des Kronenbauern aus dessen erster Ehe. Er wurde als kleines Kind von Kathrin, der späteren Kronenbäuerin, weggeschafft und in einem Eisenbahnabteil ausgesetzt. Seine Mutter starb aus Kummer über sein Verschwinden. Die Tat wurde Zigeunern zugeschrieben. Ein Wagenschieber aus Chrudim in Böhmen nahm sich des Kindes an. Der Wurz'nsepp erzählt Fritz die Geschichte:
"Aberst ich kann mich nicht besinnen, daß ich Dich in Chrudim sehen hab."
"Das war nur eine Viertelstunden lang, und Du warst noch sehr klein. Dera Pflegevatern hat mir verzählt, wie Du im Bahnwagen funden worden bist. Das Bettchen ist noch da gewest, und als ich es mir ansehen hab, da hab ich sogleich schaut, daß es ganz dasselbige sei, was damals die junge Verwandte in denen Armen trug."
"Das ist ein großer Zufall!"
"Ja. Auch zufälliger Weis hab ich noch ganz genau wußt, an welchem Datum ich sie in Pardubitz troffen hab. Auf dera Bahn in Chrudim hat man sich auch den Tag aufschrieben, und das hat so Alles ganz genau zusammenstimmt."[2]

Anmerkungen

  1. Karl May: Pandur und Grenadier. In: Deutsche Gewerbeschau 1883, Beilage: Für den Feierabend, S. 234 f.
  2. Karl May: Der Weg zum Glück, S. 1902.

Weblinks