Christine Blaich

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Christine Blaich war zusammen mit ihrem Neffen Jakob Unger (* 1878; † 1937) Inhaberin des Hotels Deutscher Hof (später: Hotel Métropole) in Beirut am Meer bei der Bucht Zeitouni. Jakobs Bruder Fritz war ein zufälliger Reisebegleiter Karl Mays Haifa nach Beirut.

Christine Blaich und Karl May[Bearbeiten]

Hotel "Deutscher Hof"

Am 8. Juli 1899 quartierte sich Karl May, der auf seiner Orientreise unterwegs war, im Beiruter Hotel Deutscher Hof ein. Im Reisetagebuch vermerkt er dazu:

Ende der Quarantaine. Hôtel Allemand Blaich.[1]

An Wilhelmine Beibler schrieb er dazu am 15. Juli:

Damit Ihr seht, wie herrlich und in Freuden ich hier lebe, schreibe ich Dir diesen Brief auf Speisekarten, welche ich nach der hungerleidenden Quarantaine vollständig abgegessen habe. Der "Deutsche Hof", in welchem ich wohne (Hôtel Allemand), gefällt mir von allen bisherigen Hôtels am besten. Herzensbrave, deutsche Wirthsleute aus dem Schwarzwalde. Gute Küche, größte Sauberkeit. Alles glänzt und spiegelt vor Reinlichkeit. Ich habe schönes, sehr lichtes Zimmer mit Balkon nach dem Garten, andrerseits Balkon auf das herrliche Meer. [...] Bin wegen der Quarantaine, welche alle Fremden von hier fern hält, der einzige Gast im ganzen Hause. Das thut mir um die lieben Menschen leid, denen die Pest so großen Schaden macht.[2]

Abgesehen von einem Ausflug nach Brumana bleibt May bis zum 17. Juli im Hotel, wo er am Tag vor seiner Abreise das Gedicht Du herrlich Land, wie es kein zweites giebt ins Gästebuch schreibt.[3]

Vermutlich blieb Karl May weiterhin mit den Wirthsleute[n] in Kontakt, denn am 12. April 1900 dankte Christine Blaich für ihr gesandte Werke Mays und erwartete seine Ankunft. Er hatte ihr wohl angekündigt, sie während des zweiten Teils seiner Reise gemeinsam mit seiner Frau Emma und dem Ehepaar Richard und Klara Plöhn wieder aufzusuchen.[4] Am 28. Mai trafen die vier dort ein und nahmen Quartier im Hotel Deutscher Hof. Über die Ankunft vermerkte Karl May in seinem Reisetagebuch:

Das Schiff [die "Hungaria"] wurde von Booten bestürmt. Dasjenige des Hôtel Allemanja mit Ungers Bruder [Jakob] war auch da. er begrüßte mich. Wir waren schon längst erwartet worden. [...] Wir [...] kamen glücklich im Hôtel an, wo Fräulein Blaich sich freute, mich wiederzusehen: Ich bekam mein früheres Zimmer, Emma das große nördlich. Klara nahm zwei nebeneinander liegende westlich.[5]

Am Pfingstsonntag, 3. Juni, reisten die beiden Ehepaare weiter nach Baalbek.[6]

Am 12. Juni kehrten sie von Damaskus aus zurück nach Beirut und bezogen wiederum Zimmer im Hotel Deutscher Hof.[7] In sein Tagebuch notierte Karl May am 16. Juni:

Hier im Hause sind 2 Radfahrer angekommen. Leipziger. Wollen nach Teheran. Kögel über Stambul und Schwiegershaus über Damaskus.[8]

Bei der Abreise am 18. Juni trug May ein weiteres Gedicht in das Fremdenbuch ein. Außerdem ließ er versehentlich ein Amulett aus der Omaijadenmoschee in Damaskus liegen und vergaß, seinen Zimmerschlüssel abzugeben.[9] Am 16. Juli dankte Jakob Unger Karl May brieflich für den zurückgesandten Schlüssel und schickte ihm nun seinerseits das genannte Lebensamulett.[10]

Weitere Kontakte zwischen den Hotelbesitzern und Karl May sind nicht bekannt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 258.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 258.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 260 f.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 334.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 344 f.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 349.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 360.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 362.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 366.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 390.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.