Carl Heinrich Selbmann

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Carl Heinrich Selbmann, auch Karl Heinrich Selbmann (* 11. Juni 1832; † 25. Januar 1902), war Webermeister in Ernstthal und ein Schwager Karl Mays.

Leben

Carl Heinrich Selbmann war seit 1858 mit Caroline Wilhelmine geb. Thiele (* 1835; † 1871) verheiratet, mit der er vier Kinder hatte.

Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratete der Witwer am 4. August 1872 Karoline Wilhelmine geb. May, eine Schwester Karl Mays.

Diese schrieb über sich später in einem Brief an Klara May, sie habe

keine Jugend genossen, später als folgsames Kind unserer lieben seligen Mutter einen Mann mit 4 Kindern geheirathet, den ich weder lieben noch achten konnte, habe dann selbst 5 Kinder von Ihm bekommen, wo mir mein einziger Junge mit sechs Jahren [an Scharlachfieber] starb; habe 8 Kinder und den Mann ernähren müssen, habe dabei rechtschaffen gelebt und dabei manches Jahr, nicht manchen Tag, gedarbt u[nd] gehungert.[1]

Die Kinder aus der zweiten Ehe waren:

Carl Heinrich Selbmann und Karl May

Selbmann-Haus am Neumarkt 18

Ihm gehörte das Wohnhaus Markt 185 (später: Neumarkt 18), in dem das Ehepaar Heinrich August und Christiane Wilhelmine May mit seinen Kindern von spätestens 1860 an lebte. (Das Haus wurde bei dem Großfeuer am 16. Juli 1898 zerstört.)[3]

Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Waldheim lebte Karl May von Mai 1874 bis März 1875 wieder bei seinen Eltern im Selbmann-Haus und war – recht erfolglos – als Schriftsteller tätig.[4]

Karl May und seine Frau Emma nahmen im November 1891 Mays neunjährige Nichte Clara in ihren Haushalt auf. Hin und wieder schrieb Clara an ihre Eltern, meist von Karl May diktierte Briefe, und berichtete, dass es ihr gut gehe. Emma May hatte aber mit der Situation allgemein und mit Clara im besonderen Probleme. Nach einem brieflichen Hilferuf des Kindes kam dessen Mutter und nahm es im Juli 1892 wieder mit nach Ernstthal. Die Kontakte zwischen Mays und Selbmanns nahmen in Folge dessen ab.[5]

Nach dem Erwerb der Radebeuler Villa "Shatterhand" schrieb Karl May im Jahre 1897 an seinen Schwager einen Brief, in dem er sich als stolzer Hauseigentümer gebärdete. Er beschrieb die Villa ganz genau und ergänzte:

Kommt doch einmal, und seht es Euch an![6]

Ob es zu diesem Besuch kam, ist nicht überliefert. Auch eine weitere Korrespondenz ist zwar wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 181 f.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 181.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 83.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 186.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 408–439.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 516.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.