Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens

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Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens
Verlag: Verlag Hermann Schönlein
Herausgeber: Hermann Schönlein
Zeitraum: 1876 bis 1962
Primärtexte: Der Dukatenhof (1877)


Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens war eine "Zeitschrift in Buchform"[1], die von 1876 bis 1962 erschien.[2] Sie erschien zunächst im Verlag Hermann Schönlein in Stuttgart, ab 1890 bei Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin und Leipzig.

Leserkreis

Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens wollte "die mittleren und unteren Bevölkerungsschichten" ansprechen, das Format orientierte sich etwa an bürgerlichen Almanachen und Taschenbüchern und nicht an gängigen Zeitschriftenformaten.[3] Je Jahrgang erschienen 13 Bände. Vertrieben wurde sie über Kolportage, die einzelnen Bände konnten aber auch über Buchhandlungen erworben werden.[4] Der Preis betrug zunächst 50 Pfennige je Ausgabe, 1879 wurde der Preis auf 75 Pfennige erhöht. Dieser Preis blieb bis zum Ersten Weltkrieg stabil.[5] Die Ausstattung und Gestaltung der Reihe wurde im Laufe der Jahre mehrfach geändert.

Der Verlag warb für den Bezug der Reihe besonders auch mit dem niedrigen Preis der Bände:

"Prospekt. So viele Tausende sich gern an gediegener unterhaltender und belehrender Lektüre erfreuen, ebenso Viele hegen den lebhaften Wunsch, die neuesten Schöpfungen unserer bedeutendsten Schriftsteller ihrer Privatbibliothek einreihen zu können. Die Freude am Besitze einer stattlichen Anzahl Bände, welche die geistigen Leistungen unseres Zeitalters repräsentiren, ist ja eine der edelsten, und Jeder würde ihr sich gern hingeben, wenn nicht den Meisten die Ausführung dieser Lieblingsidee theils durch die enormen Anschaffungskosten, theils durch die Erscheinungsform verwehrt würde. Denn entweder wird unsere neuere Roman= und Novellenliteratur in Bänden publiziert, deren jeder in ungebundenem Zustande in der Regel mindestens 4–5 Mark kostet, oder dieselbe wird in Journalen veröffentlicht, deren einzelne Nummern und Hefte erfahrungsgemäß häufig verloren gehen oder baldigem Ruin unterliegen. Um die nun durch diese Mängel gekennzeichnete Lücke in unseren Publikationen auszufüllen, wurde vor zehn Jahren gegenwärtige 'Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens' in’s Leben gerufen. Sie bietet die neuesten belletristischen Erzeugnisse unserer hervorragendsten Schriftsteller, in Verbindung mit trefflichen Beiträgen aus allen Gebieten des Wissens, und zwar in der bequemen handlichen Buchform, welche die Einreihung in jede Privatbibliothek gestattet, und zu einem thatsächlich fast unglaublich billigen Preise, der die Anschaffung den allerweitesten Kreisen des Volkes ermöglicht. Statt 4–5 Mark pro ungebundener Romanband kostet der elegant in englische Leinwand gebundene Band unserer Bibliothek nur 75 Pfennig, also nur den fünften bis siebenten Theil des ersteren Preises. Auch der wenigst Vermittelte ist also leicht im Stande, durch Subscription auf unser jährlich in 13 vierwöchentlichen Bänden erscheinendes Werk, sich im Laufe einiger Jahre in den Besitz einer großen Anzahl von Bänden zu setzen, welche einen reichen Schatz der interessantesten, spannendsten Unterhaltung und eine unerschöpfliche Fundgrube des Wissens bieten werden."[6]

Karl May in der Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens

Im elften Band des Jahrgangs 1877 wurde Karl Mays Erzählung Der Dukatenhof auf den Seiten 92 bis 208 veröffentlicht. Bei dem Abdruck handelt es sich um die früheste bekannte Veröffenlichung dieser Erzählung, die zwei Jahre später nochmals in einer Zeitschrift des Verlags Hermann Schönlein abgedruckt wurde: 1879 erschien sie in Illustrirtes Unterhaltungs-Blatt.[7]

weitere Autoren in der Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens (Auswahl)

Anmerkungen

  1. Andreas Graf: Die Ursprünge der modernen Medienindustrie: Familien- und Unterhaltungszeitschriften der Kaiserzeit (1870-1918). Korrigierte und erweiterte Fassung hier, S. 67.
  2. Graf: Ursprünge, S. 67.
  3. Graf: Ursprünge, S. 67.
  4. Bezugs-Bedingungen, in: Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Band 1/1887, Werbung im Vorsatz.
  5. Graf: Ursprünge, S. 67.
  6. Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Band 1/1887, Werbung im Vorsatz.
  7. Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 32 und 58.