Beni Hassan

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Beni Hassan
Elbsandsteingebirge.jpg

Die Liebe des Ulanen

Die Beni Hassan sind in Karl Mays Kolportageroman Die Liebe des Ulanen ein Beduinenstamm aus dem Maghreb, und zwar aus der algerischen Sahara. Der Scheik des Stammes ist Menalek, ein stolzer, aber gerechter Anführer.

Zwischen den zwei Karawanenwegen, welche westlich von Uinasch nach El Baadsch und östlich von Tahir Rafsa nach Um el Thiur gehen, liegt eine Ebene, welche sich lang von Norden nach Süden erstreckt. Ihr nördlicher Theil wird vom Wadi Dscheddi und ihr südlicher vom Wadi Itel[1] durchzogen, ein sicherer Beweis, daß es diesem Theile der Wüste nicht ganz an Wasser und Feuchtigkeit fehlt. Um el Thiur heißt zu Deutsch Mutter der Vögel, und wo es Vögel giebt, da muß es auch Baum oder Strauch geben, und in der That ist diese Gegend auch mehr Weideland als Wüste.
Hier hatte sich der Theil der Beni Hassan, welcher unter dem bereits genannten Scheik Menalek stand, für einige Zeit niedergelassen, um seine Heerden weiden zu lassen.Die Ebene war mit einem zwar nicht reichen aber doch zulänglichen Grün bedeckt, von welchem die weißen Zelte der Beduinen angenehm abstachen. Pferde sprangen hin und her; Rinder grasten, indem sie sich in ruhigem Schritte vorwärts bewegten, und Kameele und Schafe lagen, mit Wiederkäuen beschäftigt, an der Erde. Dabei standen die Hirten, um aufzupassen, daß keines dieser Thiere sich in die Weite verlaufe.
In der Nähe der Zelte jagten die Beduinen hin und her, um ihren jungen Pferden die berühmte arabische Schule beizubringen. Andere lagen, ihre Pfeife rauchend, in oder vor und zwischen den Zelten, um dem geschäftigen Treiben ihrer Frauen und Töchter zuzusehen, welche unverschleiert ab und zu gingen. Der Beduine zwingt das weibliche Geschlecht nicht, wie der Städtebewohner, das Gesicht, den edelsten Theil des menschlichen Körpers, unter der neidischen Hülle zu verbergen.[2]

Die Beni Hassan sollen von Albin Richemonte dazu verführt werden, die Karawane Gebhardt von Königsaus zu überfallen, lehnen dies aber ab. Aus Rache für diese Weigerung und weil Menalek seine Tochter Liama an Saadi statt an Henri Richemonte verheiratet, behaupten die Richemontes, der von den Tuaregs ausgeführte Überfall gehe auf das Konto der Beni Hassan. Eine Strafexpedition der französischen Truppen vernichtet daraufhin den ganzen Stamm mit Ausnahme von Liama, Saadi und dessen Bruder Abu Hassan.

Anmerkungen

  1. Hans-Henning Gerlach: Karl-May-Atlas. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 1997, S. 166. ISBN 3-7802-0150-X: Wadi Dscheddi und Wadi Itel münden in das Westufer des Schott Melrir (Melghir), westlich des Schott Rharsa. Uinasch liegt nördlich, El Baadsch (Badj) und Um el Thiur südlich der beiden Wadis.
  2. Karl May: Die Liebe des Ulanen. Kolportageroman, Verlag Heinrich Gotthold Münchmeyer, Dresden 1883/85, 6. Kapitel, S. 503.