August Peters

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August Peters (* 4. März 1817 in Taura bei Chemnitz; † 4. Juli 1864 in Leipzig) war ein deutscher Erzähler.

Biografie

1822 zog die Familie nach Marienberg um. Peters interessierte sich als Schüler für die Fächer Völkerkunde und Geographie; dazu entwickelte er ein besonderes Talent zum Zeichnen.

Verschiedene Gründe ließen das Elternhaus verarmen. Peters unterbrach die Schule mehrfach, um Geld zu verdienen, nahm aber die Ausbildung immer wieder – auch an verschiedenen Schulen in verschiedenen Orten – auf. Der Vater fand inzwischen eine Stellung in Böhmen. In seinen Ferienwanderungen gelangte Peters nach Chemnitz, traf dort frühere Mitschüler und entschloss sich, die dortige Schule weiter zu besuchen. In diese Zeit fallen Peters' erste poetische Versuche und er verfasste sogar ein Trauerspiel in Versen.

Er trat wegen Zweifeln vom Studium der Theologie zurück und wandte sich der Jurisprudenz zu. Er verdiente sich das tägliche Brot mühsam durch Chorsingen, Notenabschreiben, Privatstunden und durch das Leiten einer Fabrikschule bei der Kattundruckerei Claus & Pflugbeil.

Den Militärdienst brach er 1834 aus gesundheitlichen Gründen ab. Danach war er als Forstsekretär, später als Brandkassensekretär beschäftigt und veröffentlichte parallel ein Bändchen "Gedichte" in Gödsche's Verlag, Schneeberg. 1845 lebte er in Leipzig, wo er sich den Unterhalt zum Studium durch Schriftstellerei erwarb. Seine ersten Erzählungen erschienen in den "Vaterlandsblättern", in der »Sonne« und anderen Zeitungen. 1847 übernahm er in Berlin die Zeitung "Der Volksvertreter". Nach privaten Querelen musste er Berlin verlassen.

1848 gelangte er nach Meißen, wo er das demokratische Wochenblatt "Die Barrikade" gründete. Hier lernte er Louise Otto (* 1819; † 1895) kennen, die Tochter des Meißener Gerichtsdirektors. Louise Otto, die sich später um die Emanzipation der Frau verdient gemacht hat, war bereits als Dichterin hervorgetreten.

Häftlinge im Zuchthaus Waldheim

August Peters engagierte sich zunehmend politisch. In der Literatur wird er als gemäßigter Demokrat angesehen. Er trat als Redner und Führer für freiheitliche Bestrebungen auf. 1849 redigierte er in Marienberg die "Bergglocke". Mit Freischaren zog er zum Dresdener Mai-Aufstand. Er wurde als Führer gefangen und nur schwere Krankheit verschonte ihn vor dem Todesurteil. Sein Urteil lautete auf sechs Jahre Einzelhaft. 1853 wurde er in das Zuchthaus Waldheim eingeliefert.

Er durfte sich schriftstellerisch betätigen; der Verleger Ernst Keil (Herausgeber der "Gartenlaube") erstattete seinen Arbeitsausfall. So arbeitete Peters für verschiedene Familienzeitschriften: außer für die "Gartenlaube" auch für das "Familien-Journal", die "Unterhaltungen am häuslichen Herde", den "Hannöverschen Kurier" und die 1856 gegründete "Saxonia", die mit der Erzählung "Die Fundgrube 'Vater Abraham'" eröffnet wurde. All diese Veröffentlichungen trugen jetzt den Namen Elfried von Taura oder das Kürzel "E.v.T.".

1856 wurde er begnadigt. Peters gründete daraufhin in Freiberg das Gewerbeblatt "Glückauf". Zwei Jahre später heiratete er Louise Otto (später Louise Otto-Peters) im Dom zu Meißen. Im gleichen Jahr erschienen im Verlag C. Rümpler, Hannover, seine "Erzgebirgischen Geschichten", die 1860 unter anderem Titel auch bei Ludwig Nonne in Annaberg herausgekommen sein sollen,[1] und weitere Schriften.

Peters übersiedelte schließlich nach Leipzig, wo er die Leitung des "Generalanzeigers" und später – zusammen mit seiner Gattin – die der "Mitteldeutschen Volkszeitung" übernahm.

Grabstein der Eheleute

Er wurde mit seiner Frau auf dem Neuen Johannisfriedhof in Leipzig beigesetzt. Der Grabstein wurde nach der Säkularisation der Anlage auf den Alten Johannisfriedhof umgesetzt.

August Peters und Karl May

Der Beginn der Erzählung in "Schacht und Hütte"

Abgesehen von einigen Parallelen im Lebenslauf gibt es einen bedeutsamen Bezugspunkt zwischen Peters und May: Die Erzählung "Fundgrube 'Vater Abraham'", die August Peters 1856 erstmals veröffentlichte und die zwanzig Jahre später in der von Karl May redigierten Zeitschrift "Schacht und Hütte" unter dem Pseudonym "E. v. T." nachgedruckt wurde, wurde fälschlich lange Zeit May zugeschrieben.

Der Nachweis der Autorschaft von August Peters gelang erst Manfred Hecker.[2]

Anmerkungen

  1. Einschlägige Bibliographien geben hierüber – laut Hartmut Kühne – jedoch keine Auskunft.
  2. Hartmut Kühne: Karl May und E. v. T., S. 200.

Literatur

Weblinks