August Petermann

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August Heinrich Petermann (* 18. April 1822 in Bleicherode bei Nordhausen; † 25. September 1878 in Gotha) ist einer der bekanntesten Geographen und Kartographen des 19. Jahrhunderts.

Leben

Er wechselte 1854 von London ins thüringische Gotha, das seit dem Wirken des Astronomen und Geodäten Franz Xaver von Zach einen ausgezeichneten wissenschaftlichen Ruf hatte. Ein Jahr später gründete er Petermann's Geographische Mittheilungen, die erste deutschsprachige wissenschaftliche Fachzeitschrift für Geographie.

Es tagte die erste Versammlung Deutscher Meister und Freunde der Erdkunde am 23. und 24. Juli 1865 in Frankfurt am Main, dies war der erste deutsche Geographentag. Die Versammlung tagte auf Initiative von Otto Volger und August Petermann. Petermann war aufgrund seiner Verdienste schon seit 1860 Meister des Freien Deutschen Hochstifts. Regierungsstellen wurden angeschrieben, Zeitungen eingeladen und alle geographischen Gesellschaften verständigt. Es kamen 72 Geographen aus den deutschsprachigen Ländern Mitteleuropas, darunter so einflussreiche Männer wie Dr. Georg Neumayer, Prof. Ferdinand von Hochstetter, Präsident der k.k. geographischen Gesellschaft, Wilhelm Ihno v. Freeden, der Direktor der großherzoglich Oldenburgischen Navigationsschule und Friedrich Harkort. Da das Frankfurter Goethe-Haus sich als zu klein für die große Versammlung erwies, tagte man im neuen Saalgebäude in der Junghofstraße. Vom Frankfurter Geographischen Verein waren Dr. Eduard Rüppell und Dr. J. Wallach zugegen. Das Tagungsthema hieß Die Veranstaltung einer Deutschen Nordfahrt. August Petermann hielt einen Vortrag über Die Erforschung der arktischen Central-Region durch eine deutsche Nordfahrt. Er beklagte sich über mangelnde Unterstützung durch unsere ersten seefahrenden Mächte, der Preußischen und Österreichischen Regierungen, und erbat Spenden für eine Rekognoszierungsfahrt im Meer zwischen Spitzbergen und Nova Semlja. Seiner Meinung nach würde das Meer dort dank des Golfstroms nicht völlig zufrieren, auch nicht im Winter, so dass man nach Durchdringen des Treibeises ein freies schiffbares Meer bis zum Nordpol hin vorfinden würde. Die Pläne Petermanns wurden in Deutschland und Österreich mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen.

Mit den Ausführungen Petermanns in Frankfurt begann die deutsche Nordpolarforschung. Zwei Nordpolexpeditionen (1868 und 1869/70), die Kapitän Carl Koldewey mit Aufträgen und Anweisungen von Petermann versehen durchführte, blieben jedoch ohne das Ergebnis der Nordpolentdeckung. Immerhin führte seine Vision zur Entdeckung des Franz-Josephs-Landes durch Julius von Payer und Carl Weyprecht.

Petermanns Name ist auf das Engste mit dem geografischen Verlag Justus Perthes verknüpft.

Die Zeitschrift Petermann's Geographische Mitteilungen (erstmals 1855), auch kurz als PGM bekannt, wurde zur bedeutendsten deutschsprachigen Fachzeitschrift der Geographie, in der alle bedeutenden geographischen Entdeckungen des 19. und 20. Jahrhunderts publiziert wurden. Auch in theoretischer Hinsicht gehörte sie zu den führenden Organen der Geowissenschaften. Diese Veröffentlichungen und die Karten der Autoren legten den Grundstein zu Kartensammlung und Bibliothek in der Gothaer Justus-Perthes-Straße. Das Erscheinen der PGM wurde zum Ende des Jahres 2004 eingestellt.

August Petermann und Karl May

Petermann's Geographische Mitteilungen bildeten eine wichtige Quelle für Karl Mays Werke.

Literatur

  • J. Smits: Petermann's Maps. Carto-bibliography of the maps in Petermanns Geographische Mitteilungen, 1855-1945. 't Goy-Houten, Hes & De Graaf, 2004. ISBN 90-6194-249-7

Weblinks