Arthur Meißner

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Arthur Meißner (* 1848; † 13. Juli 1904) war Buchbindermeister im Verlag Heinrich Gotthold Münchmeyer.

Er band im Auftrag von Pauline Münchmeyer Mays Belegexemplare seiner Kolportageromane in Leder[1], die May im Herbst 1894 erhält. 1904 wird er - deswegen - als Zeuge benannt.

Am 27. März 1904 sucht Klara May seine Frau, Anna Meißner, in der Schreiber-Gasse 16 IV auf. Er war nicht da, kam aber am nächsten Tag verabredungsgemäß zum Mittagessen zum Hauptbahnhof.[2] Bald darauf, am 1., 3. und 4. April, ist er in der Villa 'Shatterhand', um die von ihm gebundenen Belegexemplare zu prüfen und Informationen zu geben. Es entsteht dabei ein für das Gericht bestimmter (undatierter) Brief, in dem Meißner May sein Wissen über Pauline Münchmeyer mitteilt. Obwohl der Brief in Meißners Handschrift geschrieben ist, zweifelte sein Frau später an, dass er tatsächlich der Verfasser sei.

Ich bin überzeugt, daß May entweder meinem Manne diesen Brief in die Feder diktiert oder wenigstens die Sätze gemacht und gesagt hat.[3]

Adalbert Fischer, der von dem Brief wusste, kündigte Meißner wohl an, dass dieser wegen enthaltener Unwahrheiten, dafür drei Monate ins Gefängnis käme.[4] Dieser reagierte auf die Drohung - lt. May - wohl panisch und mit Selbstmordgedanken.[5]

Meißner "war ein kindlich harmloser Mensch, viel zu unbefangen, als dass ihm der Gedanke gekommen wäre, dass Fischer gelogen habe. Er glaubte wirklich an die drei Wochen Gefängnis. Das warf ihn hin. Er musste in das Karolahaus[6] geschafft werden."[7]

Zwei Tage vor seiner Zeugenaussage ging er ins Krankenhaus - wohl auch um der Aussage zu entgehen.[8] Mays besuchen ihn dort am 15. Juni und klären mit ihm ab, dass er bereit ist auszusagen, wenn sie die Erlaubnis zu seinem Erscheinen vom Krankenhaus bekämen. Das gelang und so wird Meißner am 16. Juni 1904 über eine Stunde lang vor dem Landgericht Dresden vernommen.[9] Die Droschke vom Krankenhaus zum Gericht und zurück bezahlten Mays.

Am 29. Juni 1904 wird Meißner nach "Irrsinnserscheinungen" erneut ins Carolahaus eingeliefert, wo er am 13. Juli stirbt. Am 17. Juli 1904 findet die Beisetzug am dem Trinitatisfriedhof statt.[10] Mays und auch Rudolf Bernstein sind anwesend und haben jeweils einen Kranz geschickt. Karl May übernimmt auch einen Teil der Beerdigungskosten.[11]

Bei der Berufung vor dem Oberlandesgericht am 16. Mai 1905 erklären die Sachverständigen Dr. Sigbert Ganser und Hermann Walter Enke, dass Meißner bereits bei seiner Vernehmung am 16. Juni an Geistesschwäche gelitten habe.[12] Mays Zeugen, die Sachverständigen Dr. Carl Anton Pusinelli und Dr. Groß erklären am 1. Juli das Gegenteil.[13]

Anmerkungen

  1. Karl-May-Chronik I, S. 485 und 488
  2. Karl-May-Chronik III, S. 320f
  3. Karl-May-Chronik III, S. 323
  4. Karl-May-Chronik III, S. 323
  5. Karl-May-Chronik III, S. 323f
  6. ein Dresdner Krankenhaus
  7. Ein Schundverlag, S. 403
  8. Karl-May-Chronik III, S. 350
  9. Karl-May-Chronik III, S. 353
  10. Karl-May-Chronik III, S. 362
  11. Karl-May-Chronik III, S. 362f
  12. Karl-May-Chronik III, S. 504
  13. Karl-May-Chronik III, S. 512

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.