Anna Peters

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Anna Peters
Karl Mays Leseralbum, S. 937.

Anna Mathilde Peters (* 3. September 1875) war eine Leserin, die mit Karl May in Kontakt getreten war.

Anna Peters war die Tochter des Hamburger Kaufmanns Jacob Hans Peters (1840-1907). Sie war Protestantin.

Anna Peters und Karl May

dankbare Briefe

Der erste Brief, den Anna Peters an Karl May schrieb, datiert auf den 18. September 1898. Darin heißt es:

[...] jetzt habe ich alle Ihre Bücher durchgelesen, aber es ist nicht genug an einem Mal. Ich habe auch manche, die erst nicht daran wollten, die Bücher zu lesen, dazu überredet und habe jetzt die Freude, dass besonders Papa, der sie immer Indianer- und Räubergeschichten nannte, jetzt mit großem Interesse darin vertieft ist. Besonders lieb ist es mir auch darum, weil die Religion sich wie ein silberner Faden durch alle Bücher zieht. [...] Ich denke gar nicht daran, einen Brief von Ihnen zu bekommen, ich habe gelernt, genügsam [zu] sein; und wenn Sie nur einmal freundlich an mich denken, so ist es genug. Ich besuche keinen unserer Vereine mehr; sie machen da schöne Redensarten, trinken Tee und lassen sich's wohlsein, singen und beten ein bisschen – es ist alles äußerlich, Lüge, Lüge, ich gehe da nicht wieder hin, ich suche Wahrheit und Glauben und keine Teeversammlungen.[1]

Ein anderer Auszug aus diesem Brief wurde 1902 als Nr. 46 im Anhang zur Broschüre "Karl May als Erzieher" und "Die Wahrheit über Karl May" veröffentlicht:

"...   G o t t   s e g n e   S i e   f ü r   a l l e s   G u t e,   w a s   S i e   t h u n!   Lieber Herr, bitte, mißverstehen Sie mich nicht! Ich "schwärme" nicht für Sie; aber ich habe Sie sehr lieb, trotzdem ich Sie oder Ihr Bild nie gesehen habe. Aber aus den Bücher redet ein Herz voll Glauben und Zuversicht und Menschenliebe, und um dieses Herzens willen habe ich Sie lieb!"[2]

Der nächste erhaltene Brief Anna Peters' an Karl May stammt vom 25. März 1899. Darin schrieb sie wieder von ihren Glaubenszweifeln.[3] Am Ostersonntag, 2. April verfasste sie ein langes Gedicht mit dem Titel Auferstehung für Karl May.[4]

Reisegrüße

Von seiner Orientreise hatte Karl May vermutlich eine Grußkarte an Anna Peters gesandt. Am 2. November 1899 dankte sie ihm dafür und fügte an:

Mit Ihrer lieben Frau Gemahlin korrespondiere ich schon seit einiger Zeit.[5]

Im Jahre 1902 war Anna Peters mit ihrem Vater auf Reisen und sandte Karl May am 21. Februar einen letzten Gruß aus Egypten. Von Kairo aus fuhr sie wenige Tage später nach Neapel.[6]

Anfang 1903 standen Anna Peters und ihr Vater vor einer weiteren Reise nach Ägypten. Sie schrieb am 6. Januar einen Brief an Karl May, in dem sie sich für eine freundliche Auskunft bedankte, die May ihr betreffs des Luxor Hotels gegeben hatte, und fügte an:

da Ihr selbst überall gewesen seid, so hat es freilich keinen Wert, Karten zu schicken.[7]

Fotografien

Zu diesem Zeitpunkt lebten Karl und Emma May in Scheidung; dass die Witwe Klara Plöhn Emmas Nachfolgerin an Karl Mays Seite werden sollte, war beschlossene Sache.

In einem Brief von Marie Hannes an Klara Plöhn vom 15. Januar 1903 wurde auch Anna Peters' Name genannt:

Du sagtest mir von dem furchtbar guten Mädchen in Hamburg, daß sie [zu] Dir Mutter sagt [...] Eigentlich bin ich schrecklich eifersüchtig auf die Anna! – Aber ich wills unterkriegen! Wenn der Onkel [nämlich Karl May] sie so lieb hat, so verdient sie es jedenfalls [...][8]

In Karl Mays Leseralbum finden sie drei Fotos von Anna Peters, die verschiedene Aufschriften tragen:

  1. S. 299, Avers: Anna Peters, Hamburg | Kielort Allée 3. (Karl Mays Handschrift)
  2. S. 935, Revers: meiner liebsten Freundin zum Andenken. (Anna Peters' Handschrift)
  3. S. 937, Avers: Anna Peters (Klara Mays Handschrift) Revers: lieb Mütterchen zum Andenken! | von Anna (Anna Peters' Handschrift)

Am 29. April 1903 versah Karl May ein Porträtfoto mit einem Widmungsgedicht für Anna. Vermutlich handelt es sich dabei um Anna Peters. Der Vierzeiler lautet:

Nimm dieses Bild nicht für den Menschen hin;
Der Bilderkult ermordet jede Wahrheit.
Nur dann, wenn ich für Dich kein Bild mehr bin,
Befindest Du Dich über mich in Klarheit![9]

Sie heiratete im August 1903. Weitere Kontakte zwischen ihr und den Mays sind nicht bekannt.

Anmerkungen

  1. May: Meine dankbaren Leser, S. 334.
  2. May: Dankbarer Leser, S. 90.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 205.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 213.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 312.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 22.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 171 f.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 177 f.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 243.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.