Am Stillen Ocean (Schneider)

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Deckelbild zu Am Stillen Ocean (1904)

Am Stillen Ocean ist das Deckelbild Sascha Schneiders zu Karl Mays |gleichnamigem Sammelband. Die Zeichnung hat die ungefähren Maße 69 x 41 cm und ist unten links mit S. Schneider. 04. signiert.

Entstehung

Über die Entstehung von Am Stillen Ocean ist bislang wenig bekannt. Im Briefwechsel zwischen Sascha Schneider und Karl May findet sich zu dem Bild nur eine kurze Erwähnung. Am stillen Ocean![1] schreibt Schneider am 25. Mai 1904 an May und führt nichts Näheres dazu aus. Möglicherweise wurde am gleichen Tag die Zeichnung an Karl May geschickt.

Die sechste Auflage von Karl Mays Band 11 Am Sillen Ocean erschien mit Schneiders Titelbild wie geplant im Jahre 1904 in der Sascha-Schneider-Ausgabe.[2]

Kritiken

In der Einleitung zur Sascha-Schneider-Mappe ordnet Johannes Werner das Bild der vierten Gruppe zu, die er mit folgenden Worten kommentiert:

Das Ziel allen Kampfes ist bei May wie Schneider: Vernichtung des Bösen, Sieg des Lichts, Frieden auf Erden. Diese Ideen gelangen in einer Anzahl von einzelnen Blättern zum Ausdruck, die zum Teil ganz an die Art der ersten Zeichnungen Schneider's erinnern, zugleich aber seine künstlerische Vertiefung und Vervollkommnung offenbaren.

Speziell zu Am Stillen Ocean (Blatt 11) heißt es da:

Die über den finsteren Ozean heranschwebenden Engel finden am fernsten Gestade die Gebeine der verloren geglaubten Toten: die Boten Gottes sorgen dafür, daß Keiner, der immer strebend sich bemüht, umsonst gewirkt und vergebens gelebt hat. Nichts Gutes geht in der Welt verloren. Die Sehnsucht nach Unsterblichkeit, die aus heißem Bemühen erwächst, ist kein bloßer Traum.[3]

Arno Schmidt äußert sich in seinem Aufsehen erregenden Buch Sitara und der Weg dorthin unter § 35 kurz zu verschiedenen Blättern der Sascha-Schneider-Mappe, darunter auch zu diesem Bild:

11 wieder 'n Engel, über einem Rippenkorb.[4]

Annelotte Range schreibt in ihrer Dissertation über Sascha Schneider zum Bild Am Stillen Ocean:

Von den Wogen des Meeres an Land gespült, liegt ein Skelett. Zur Hälfte schon vom Küstensand bedeckt, wird es von einem barmherzigen Engel erspäht, der sich ihm aus den Lüften nähert.

Die Autorin sieht in Max Klingers Schicksalslied (Brahmsphantasie) (1894) und in Domenico Beccafumis Das Opfer Abrahams (um 1544/47) direkte Vorläufer für Sascha Schneiders Zeichnung.[5]

Anmerkungen

  1. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 86.
  2. Hainer Plaul: Illustrierte Karl-May-Bibliographie. Unter Mitwirkung von Gerhard Klußmeier. Lizenzausgabe bei K. G. Saur München 1989, S. 180, Nr. 252.6. ISBN 3-5980-7258-9.
  3. Zitiert nach: Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 502 f.
  4. Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Leben, Werk & Wirkung Karl Mays. Reprint der Erstausgabe von 1963. S. Fischer Verlag Frankfurt am Main 1985, S. 332. ISBN 3-10-070620-X
  5. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 78.

Literatur