Albert Stock

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Albert Ludwig Stock (* 1867; † 1940) war Klempnermeister in Radebeul-Serkowitz.

Leben

Albert Stocks Tochter Margarete (Karl Mays Leseralbum, S. 865)

Stock war außerdem Schriftführer des Evangelischen Arbeitervereins "Gruppe Lößnitzorthschaften". Im Jahre 1901 wurde er Vorsitzender des Gewerbevereins für Radebeul und Nachbarorte.

Albert Stock war verheiratet mit Elisabeth geb. Thierbach (* 1881; † 1953), mit der er eine Tochter namens Margarete hatte.

Albert Stock und Karl May

Evangelischer Arbeiterverein

Der erste bekannte Kontakt Albert Stocks zu Karl May war ein Neujahrsgruß des Arbeitervereins, der Karl May Ende Dezember 1900 erreichte. Darin wurde May gebeten,

dem Verein auch fernerhin das schätzbare Wohlwollen und freundliche Interesse zuzuwenden.[1]

Radebeuler Gewerbeverein (1)

Am 4. Dezember 1905 hielt Willy Schwiegershausen einen Vortrag zum Thema Auf dem Rade um die Welt im Radebeuler Gasthof zur goldenen Weintraube. Diese Veranstaltung hatte der Gewerbeverein organisiert, zu dessen Enttäuschung Karl May nicht unter den Zuhörern weilte.[2]

Am Tag darauf schrieb Stock an Karl May einen Brief:

Schon immer wollten wir – Herr Spillner und ich – uns gestatten, Ihnen mit gütiger Erlaubnis einen kurzen Besuch zu machen, um Ihnen über Zweck und Ziele unseres [Gewerbe-]Vereins einige Mitteilungen machen zu dürfen [...] Wohl haben Herr Doctor uns schon oft indirekt unterstützt, aber leider blieben unsere Einladungen [...] ohne Erfolg und wenn wir auch wissen, daß Sie [...] viel beschäftigt sind, so haben wir gestern Abend doch ganz besonders bedauert, daß Sie nebst hochverehrten Frau Gemahlin uns nicht die Ehre Ihres geschätzten Besuches zu Teil werden ließen, zumal der Vortragende, Herr Willy Schwiegershausen [...] uns erzählte, daß er Sie und sehr geehrten Frau Gemahlin in Beyrut [...] kennen gelernt und auch die Ehre gehabt hätte, mit Ihnen einige Tage zu verkehren. [...] Da nun Herr Schwiegershausen heute wieder fort will, sich aber doch freuen würde, Herr u[nd] Frau Doktor auf wenige Minuten begrüßen zu dürfen, so gestatten wir uns höflichst anzufragen, ob wir uns zwischen 10 und 1/2 11 Uhr einen ganz kurzen Besuch erlauben dürfen: Herr Schwiegershausen, Herr Spillner und ich.

Daraufhin empfingen Karl und Klara May die drei Herren in der Villa "Shatterhand", worüber am 7. Dezember das Radebeuler Tageblatt berichtete:

Am Tage nach dem Vortrage wurden [...] in der gastfreundschaftlichen "Villa Shatterhand" in Gesellschaft einiger Herren die alten Erinnerungen in angenehmster Art aufgefrischt und jedem der beteiligten an der Freude des Wiedersehens wird dieses Zusammentreffen unvergeßlich bleiben.[3]

Albert Stock schrieb am 10. Dezember 1905 an Karl May in Erinnerung des freudevollen Tages,

an welchem wir das Glück hatten, in der Villa "Shatterhand" weilen zu dürfen und es ist Herrn Spillner [...] und mir Herzensbedürfnis, nochmals hierdurch unseren besten und aufrichtigsten Dank zu sagen, für alle uns zu Teil gewordene Güte und Freundlichkeit; – ist es mir doch heute noch bald wie ein Märchen aus 1001 Nacht, da ich bei Ihnen verweilen durfte und mich über das Alltägliche hinwegsetzen konnte.[4]

Private Kontakte

Albert Stock (2.v.r.) bei Karl May

Am 9. Januar 1906 sandte Karl May an die Ehepaare Spillner und Stock je eine Einladung für nächsten Sonntag[5] zu einem einfachen Abendbrote.[6] Zwei Tage später dankte Albert Stock Karl May für (nicht überlieferte) Kartengrüße und die Einladung zum Abendessen.[7] Am 14. Januar fand dieses Essen in der Villa Shatterhand statt, anwesend waren neben Karl und Klara May Albin und Elisabeth Spillner mit ihrem Sohn Wilhelm sowie Albert und Elisabeth Stock.[8]

Vermutlich hatte Albert Stock Karl May am 25. Februar zum 64. Geburtstag gratuliert, worauf er den Geburtstagsbrief An meine lieben Gratulanten! sowie verschiedene Broschüren und ein Bild erhielt. Dafür bedankte er sich am 18. März schriftlich bei Klara May und legte ein Foto seiner Tochter bei.[9]

Am 20. Mai waren Rudolf Kafka, Georg Zimmermann, Albert Stock, Albin Spillner und Reinhold Flammiger zu Besuch in der Villa "Shatterhand". Klara May fotografierte sie in exotischen Kostümen zusammen mit Karl May vor dem Pavillon im Obstgarten. Abzüge dieses Fotos erhielten alle Teilnehmer zur Erinnerung an den 20ten Mai 1906.[10]

Radebeuler Gewerbeverein (2)

Albert Stock teilte Karl May am 1. Oktober 1906 mit, dass dieser seit der letzten Sitzung Mitglied des Gewerbevereins ist:

Wir danken Ihnen nochmals recht sehr für die uns gütigst übersandten herrlichen Bücher zur Bereicherung unserer Vereinsbibliothek wie auch für Ihren uns ehrenden und schätzbaren Beitritt zum Gewerbeverein.[11]

Im Jahre 1907 waren Karl und Klara May zur Kur in Bad Salzbrunn. Albert Stock schrieb ihnen am 8. Juni, wohl im Namen des Radebeuler Gewerbevereins:

Wir hoffen und wünschen, daß Sie sich in der idyllischen Gegend recht erholen, daß Sie neu gestärkt und seelisch gekräftigt in die Villa "Shatterhand" und zu Ihren treu zu Ihnen haltenden Radebeulern zurückkehren![12]

Am 15. Februar 1908 antwortete Stock May auf einen Brief, der nicht erhalten ist:

Ich danke Ihnen recht sehr für Ihre gütigen Zeilen und fühle mich sehr geehrt um so mehr, als Ihre geschätzte Mitgliedschaft unserem Gewerbeverein zur besonderen Ehre und Freude gereicht.[13]

Ein vom Gewerbeverein organisierter Rezitationsabend mit Ado Conrad fand am 12. März 1908 im Radebeuler Albertschlösschen statt. In Anwesenheit Karl und Klara Mays hielt Albert Stock als Vereinsvorsitzender eine Ansprache zur Begrüßung. Unter den rezitierten Gedichten waren auch einige aus Karl Mays Buch Himmelsgedanken.[14]

Zu Karl Mays 70. Geburtstag am 25. Februar 1912 überreichte Albert Stock im Namen des Gewerbevereins seinem langjährigen, treubewährten und hochgeschätzten Mitgliede eine Ehrenurkunde.[15]

Am 30. März 1912 starb Karl May. Den im Radebeuler Tageblatt erschienenen Nachruf des Gesamtvorstands und Schulausschusses des Gewerbevereins für Radebeul und Nachbarorte hatte Albert Stock verfasst. Darin heißt es: Wir haben durch den Tod dieses edlen Mannes und Menschenfreundes, der unsere Bestrebungen in hochherziger Weise unterstützte, einen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Alle seine Liebe und Treue, die er unserem Verein, insbesondere unserer Gewerbeschule bezeigt hat, werden unvergessen bleiben und sichern ihm ein treues, dankbares und ehrendes Gedenken für alle Zeit.[16]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 425.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 566.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 567.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 568.
  5. Gemeint ist der 14. Januar.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 5.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 6.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 8.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 22.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 36.
  11. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 87.
  12. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 206.
  13. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 351.
  14. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 363, 364.
  15. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 560.
  16. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 622.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.