Adalbert von Bayern

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Adalbert Alfons Prinz von Bayern (* 6. Juni 1886 im Schloss Nymphenburg in München; † 29. Dezember 1970 in München) war ein deutscher Historiker, Diplomat und Autor. Adalbert Prinz von Bayern war ein Sohn von Maria de la Paz, Infantin von Spanien (* 1862; † 1946) und Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern (* 1859; † 1949), eines Enkels Königs Ludwig I. von Bayern.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Biographisches[Bearbeiten]

Adalbert wurde nach kurzer Schulausbildung Offizier. Den Ersten Weltkrieg erlebte er zeitweise als Batteriechef an der Front, dann im Generalstab sowohl im Westen als auch im Osten. Nach der Revolution von 1918 schied er aus der bayerischen Armee aus und studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München bis zur Promotion. In der Folge arbeitete er als Schriftsteller und veröffentlichte auf der Grundlage seiner historischen Studien zahlreiche Bücher.

Prinz Adalbert heiratete 1919 seine Nichte dritten Grades Auguste Gräfin von Seefried auf Buttenheim (* 1899; † 1978), mütterlicherseits eine Urenkelin sowohl von Kaiser Franz Joseph als auch von Prinzregent Luitpold. Sie hatten zwei Söhne, Konstantin Leopold (* 1920; † 1969) und Alexander (* 1923; † 2001).

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er reaktiviert und diente als Generalstabsoffizier unter Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. 1941 schied er aufgrund des "Prinzenerlasses" als "wehrunwürdig" aus der Wehrmacht aus und zog sich nach Schloss Hohenschwangau zurück. Während der Zeit der amerikanischen Militärregierung wurde er kurzzeitig beauftragt, das Bayerische Rote Kreuz aufzubauen.

1952 kam die Berufung durch Konrad Adenauer zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland nach Spanien. Er baute die deutsche Vertretung in Madrid in erster Linie aufgrund seiner persönlichen Verbindungen auf. 1956 schied er aus diesem Amt aus.

Prinz Adalbert liegt auf dem Friedhof bei der Klosterkirche Andechs begraben.

Bibliographisches[Bearbeiten]

  • Das Ende der Habsburger in Spanien. Zwei Bände. Bruckmann Verlag München 1929.
  • Vier Revolutionen und einiges dazwischen. Siebzig Jahre aus dem Leben der Prinzessin Ludwig Ferdinand von Bayern, Infantin von Spanien. Hans Eder Verlag München 1932.
  • An Europas Fürstenhöfen. Lebenserinnerung der Infantin Eulalia von Spanien 1864-1931. Verlag Robert Lutz Nachfolger Otto Schramm Stuttgart 1936.
  • Eugen Beauharnais. Der Stiefsohn Napoleons. Ein Lebensbild. Propyläen Verlag Berlin 1940.
  • Nymphenburg und seine Bewohner. Oldenbourg Verlag München 1949.
  • Max I. Joseph von Bayern. Pfalzgraf, Kurfürst und König. Bruckmann Verlag München 1957.
  • Die Herzen der Leuchtenberg. Chronik einer napoleonisch-bayerisch-europäischen Familie. Prestel Verlag München 1963.
  • Der Herzog und die Tänzerin. Die merkwürdige Geschichte Christians IV. von Pfalz-Zweibrücken und seiner Familie. Pfälzische Verlagsanstalt Neustadt/Weinstraße 1966.
  • Als die Residenz noch Residenz war. Prestel Verlag München 1967.
  • Die Wittelsbacher. Geschichte unserer Familie. Prestel Verlag München 1979.
  • Erinnerungen 1900-1956. Langen-Müller Verlag München 1991.

Adalbert von Bayern und Karl May[Bearbeiten]

Kurz vor seiner Orientreise wurde Karl May am 8. März 1899 durch seinen Leser Josef Weigl aus München informiert, dass verschiedene Angehörige des bayerischen Hofs Ansichtskarten von Mays Reise wünschten. Unter ihnen war auch der damals dreizehnjährige Prinz Adalbert.[1]

Karl May tat ihm den Gefallen. Am 22. April sandte er dem Prinzen aus Kairo eine Postkarte mit der angeblichen Unterschrift Ben Nils.[2]

Dazu kamen vermutlich noch weitere Karten, denn am 23. April schrieb May in einem Brief an seine Frau Emma:

Du hast keine Ahnung, was ich zu schreiben habe. Heut sind ohne die Briefe 78 Postkarten fertig geworden. 25 allein für die bayrischen Prinzen, denn die wünschen ganze Sammlungen.[3]

Ebenfalls in Kairo schrieb May am 16. Mai einen Kartengruß an den Prinzen Adalbert.[4]

An die mit Mays befreundete Klara Plöhn schrieb Karl May am 12. Oktober aus Colombo:

Habe von hier aus auch Folgenden geschrieben: [...] Königliche Prinzen und Herzöge von Bayern.[5]

Es ist davon auszugehen, dass May tatsächlich ganze Sammlungen von Ansichtskarten an Adalbert von Bayern geschrieben hat. Weitere Kontakte sind allerdings nicht bekannt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 199.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 226.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 226.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 237.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 299.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks[Bearbeiten]